6. Juli 2017

Katrin Ribbe body of work

multimediale Installation im Ihmezentrum 17. August 2017 – 26. August 2017

Ihmezentrum/ Ihmepassage 7 täglich geöffnet von 17-22h

Ausstellungseröffnung: 17. August 2017 um 19.30 Uhr

Begrüßung: Dr. Tabea Golgath – Stiftung Niedersachsen

Dr. Benedikt Poensgen – Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover

Ricus Aschemann – Scope e.V.

Einführung: Lisa Lucasson (She She Pop)

Finissage & Abschlussparty: 26. August 2017 ab 20 Uhr

Konzept/ Fotografie/ Video: Katrin Ribbe Szenenbild: Dennis Ennen, Birgit Klötzer, Anika Marquardt

Eine Wohnung im 4.Stock des Ihmezentrums. In der Mitte des Wohnzimmers ein Sofa. Darauf liegt ein nackter weiblicher Körper, inszeniert in der Pose eines „klassischen“ Akts, der an Tizians Venus erinnert. Auf den zweiten Blick entpuppt sich dieser Körper als ein trompe l’oeil: Der weibliche Akt ist das Foto einer unbekleideten Frau, gedruckt auf drei nebeneinander liegenden Sofakissen, als Puzzle wieder zusammengesetzt. Der weibliche Körper auf dem Sofa also keine lebendige Frau, sondern die Summe aus drei Objekten. Daneben ein Berg aus Kissen mit verschiedenen „Teilen“ weiblicher Akte, die darauf zu warten scheinen, zusammengesetzt und drapiert zu werden. Daneben im TV-Set Filmsequenzen zur Produktionsgeschichte des Szenarios: die Frau, die als Akt auf dem Sofa liegt, druckt ihr eigenes Bild auf Stoff, näht, bestickt und drappiert es als Kissen, dazwischen aneinandergereite Abläufe eines typisch westlichen Arbeitsalltags. Auch in den weiteren Räumen der Wohnung begegen man den Akt-Objekten und trifft auf die Frau, die sich daran macht , ein Stereotyp ihrer selbst zur Schau zu stellen.

Mit body of work knüpft Katrin Ribbe an eine fortdauernde Beschäftigung mit feministischen Fragestellungen in ihren künstlerischen Arbeiten an. Nach der Auseinandersetzung mit Reproduktions- und Lohnarbeitsverhältnissen im Rahmen der Performance Aufstand aus der Küche, Re–‐Enactment und Aktualsiirung der Videoarbeit der amerikanischen Künstlerin Martha Rosler (The Semiotics of The Kitchen von1975) und b o s s, einer Portraitserie unterschiedlichster Frauen, die Boss sind, thematisiert sie mit body of work Parameter von Körper-und Liebesarbeit. body of work spiegelt, wie unsere Gesellschaft Frauen abbildet, welche Bilder wie genutzt werden, und wie Frauen sich selbst in diese gesellschaftlichen Bilder eingeschrieben haben, sich ihnen folgend präsentieren, sie zu erfüllen versuchen. Die Inszenierung des Körpers entlarvt, dass diese Bilder kein Zufallsprodukt oder auch nur ansatzweise individuell sind, sondern ein für das Fortbestehen gesellschaftlicher Produktionsverhältnisse disponierter, fast notwendiger Vorgang. – Teil dieses Vorgangs des Erfüllens der gesellschaftlichen Rolle findet in dem privaten Raum des Lebens statt: den eigenen vier Wänden. Diese werden auch nach verrichteter(Lohn–‐)Arbeit zur Produktionsstätte, wo sich „frau“ scheinbar besten Gewissens auf den Weg macht, um zum Objekt zu werden, einem im wahrsten Sinne des Wortes „Bild“ ihres eigenen Geschlechts zu entsprechen. Vermeintlich geschütz in ihren privaten Räumlichkeiten stützt sie ein kompliziertes Gefüge von Arbeitsstrukturen, Lohnerwerb, Reproduktion und Konsum. Body of work stellt die Frage: Welcher Art ist das Konstrukt und wer braucht es? Wer hat hier gebastelt und wozu?

Katrin Ribbe (Fotografin), 1974 in Bünde geboren, studierte Fotografie und Trickfilm am London College of Communication (LCC)/ University of the Arts London (UAL). Seit 2004 freischaffende Fotografin und Trickfilmerin.

Als Theaterfotografin tätig u.a. bei den Salzburger Festspielen, Schaubühne am Lehniner Platz, Deutsches Theater Berlin, Thalia Theater Hamburg, Schauspielhaus Bochum etc., Seit 2009 Hausfotografin am Schauspiel Hannover. 2006 Lehraufträge an der UAL, ab 2010 an der Hochschule Hannover. 2004 Gründungsmitglied der Children’s Charity „Out Of The Box“, die Kunstworkshops in London initiiert. Von 2004-2006 Mitarbeit im Bereich Kamera für den oscarprämierten Puppentrickfilm „Peter and the Wolf“ (BreakThru Films Ltd, Regie: Suzie Templeton). 2012 Einzelausstellung Deer Family im „atelier.Galerie für Fotografie“ (Hannover), 2014 Einladung mit Deer Family in den Salon Salder. Junge Kunst aus Niedersachsen. Seit 2013 Arbeit an boss – einer Portraitserie über selbständige Frauen in Hannover , dem Braunschweiger Land und Magdeburg. Einzelausstellungen mit boss 2016 im atelier.galerie für fotografie in Hannover und 2017 im forum gestaltung in Magdeburg. Seit 2014 Performance-Reihe Aufstand aus der Küche I-III am Schauspiel Hannover und in der Galerie Zentralidee in Hannover. Eine neue Ausgabe von Aufstand aus der Küche wird am 17.03.2018 am Theater Oberhausen zu sehen sein.

weiter Infos: www.scope-hannover.de

 

Kommentare

  1. – „Der weibliche Akt ist das Foto einer unbekleideten Frau, gedruckt auf drei nebeneinander liegenden Sofakissen, als Puzzle wieder zusammengesetzt. Der weibliche Körper auf dem Sofa also keine lebendige Frau, sondern die Summe aus drei Objekten.“

    Das ist ja schrecklich! Um so was ertragen zu können, braucht man ja Abstand, und definitiv vorher eine Schulung!

    – Wahrscheinlich habe ich es schon erzählt und wiederhole mich, aber in einer Wohnung des Ihme-Zentrums habe ich die mit riesigem Abstand beste Ganzkörpermassage meines Lebens bekommen. Die nackte Thai-Frau mit ihren langen Haaren bis tatsächlich zu den Kniekehlen zog mir sogar die Fingerglieder lang (man glaubt gar nicht, wie gut sogar die kleinen Dinge tun), und sie entspannte mich vollends.

    120 €/Stunde kostete das allerdings.

    Fango (das sind diese fast zu heißen Packungen, die einem auf den Körper gelegt werden) und Rückenmassage kriegt man in Linden-Nord übrigens für nur 17 € pro Sitzung, gegenüber der Benno-Kirche. Da wird dann der Arm so umgelegt, dass das Schulterblatt so richtig hoch absteht, und die Masseurin meint dann beruhigend, darunter sei ein Muskelknoten, den sie jetzt wegmassieren werde. Und sie hatte sogar recht dabei, weil er danach weg war.

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