26. März 2017

Pressemeldung

Für einen HALIM DENER PLATZ in LINDEN

Zwischen der Pfarrlandstraße und der Velvetstraße liegt ein Platz ohne Namen.
Ein Teil dieses Platzes soll jetzt nach Halim Dener benannt werden.
Halim Dener kam 1994 als 16-jähriger Flüchtling nach Hannover. Er kam aus Kurdistan. Er floh, nachdem er in türkischen Gefängnissen gefoltert worden war.
Hier in Hannover suchte er nicht nur Zuflucht. Er wollte sich auch weiter politisch engagieren.
Beim Plakatieren wurde er von Polizeibeamten überrascht und durch einen Schuss in den Rücken getötet.
20 Jahre später begann die Kampagne Halim Dener * einen Ort der Erinnerung; einen Ort des
Gedenkens zu fordern.
Es ist an der Zeit, dass Halim Dener einen Ort zugedacht bekommt, der immer an ihn
erinnert.
Der uns daran erinnert, das wir Verhältnisse brauchen, in denen kein 16-jähriger für das Plakatieren erschossen wird.
Der Respekt für die kurdische Community ausdrückt, die auch hier in ihrem Kampf für Frieden und Freiheit oft von Repression betroffen ist.
Wir brauchen solch eine Kultur, gerade hier in Linden, ein Stadtteil, der geprägt ist von Menschen aus vielen Teilen der Welt.
Der dafür steht, das Flüchtende ( wie auch Halim Dener einer war) einen Platz zum Leben finden sollen. Linden ist ein Stadtteil dessen Geschichte für soziale und politische Bewegung steht. Das rote Linden der Arbeiterbewegung, der Kampf gegen den Nationalsozialismus, der Widerstand Anfang der 70er gegen eine Kahlschlagsanierung.
Da ist ein Halim Dener Platz in Linden im richtigen Stadtteil.
Ein Halim-Dener-Platz in Linden wird die Stadt Hannover nicht aus ihrer Verantwortung entlassen – er sollte eine Ermutigung für mehr sein .
Wir, Lindener Menschen, Geschäftsleute, Initiativen und Projekte unterstützen diese
Platzbenennung!

Erstunterzeichner_innen:
annabee Buchladen
Fanszene 1907
Hans-Michael Krüger
Achim Riemann
Stadtteilleben e.v.
Harm Baxmann

* Kampagne Halim Dener ist ein Zusammenschluß verschiedener deutscher, türkischer und kurdischer Gruppen.

Kampagne Halim Dener
23.03.2017

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Initiatoren und Unterstützer der Kampagne Halim Dener. Zu den Unterstützern gehören neben Einzelpersonen auch Parteien im Bezirksrat: Grüne, Die Linke, Die Partei und Piraten, die auch die Mehrheit dort stellen.

 

Hintergrund

Am 30.06.1994 klebte Halim Dener, 16, mit anderen am Steintor Plakate für die verbotene PKK. Eine Festnahme durch zufällig vorbeikommende Zivilpolizisten entzog sich der junge Kurde durch körperliche Gegenwehr und Fluchtversuch. Ein sich dabei lösender Schuss führte zu seinem Tod.

Der Bundesgerichtshof fällte schließlich 1997 das endgültige Urteil, dass es sich bei dem Schuss aus der Dienstwaffe des Polizisten um ein Versehen gehandelt hat.

Die PKK ist in Deutschland seit 1992 und seit 2002 auch in der EU verboten und wird als terroristische Vereinigung eingeschätzt. Eine öffentliche Entschuldigung für die in Deutschland begangenen Gewalttaten durch den „operativen PKK-Führer(s) Cemil Bayik“ (NDR) böte keinen Anlass für eine Neubewertung, so das Bundesinnenministerium 2015.

Siehe auch:
>> NDR – Bundesregierung hält an PKK-Verbot fest

Redaktion halloLindenLimmer.de

Kommentare

  1. Jetzt wo ein PKK-Terrorist ein Platz gewidmet bekommt, kann man ja Isis-Terroristen Plätze widmen.
    Der berliner Attentäter Amri wurde ebenfalls von Polizisten erschossen.
    Wir könnten die Geschäftsstelle der Grünen nach ihm bennen,

  2. Man, was müssen die für ein Freizeitproblem haben? Das ist so ziemlich das Letzte das wir hier brauchen. So tragisch das damals Geschehene ist, den Jungen in einem Atemzug mit gestandenen und aufrechten Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus zu nennen, ist völlig fehl am Platz. Hier wird mal wieder offenbar, um was es den Befürwortern tatsächlich geht: Unfrieden und Zwietracht säen. Da müssen wir ja fast dankbar sein, dass es ( noch ) nicht einen Vorschlag für einen Baader-Meinhof-Platz gibt.
    Herrje…..!

  3. Soso, ein Sympathisant einer verbotenen und terroristischen Vereinigung wird bei einer Straftat erwischt, leistet Gehenwehr (schlägt auf Polizisten ein?) und kommt dabei ums Leben.

    Und nach seinem Namen soll ein Platz benannt werden?

    Ich formulier es mal positiv: Linden ist der richtige Stadtteil für so eine Bennenung.

    Hoffentlich aber auch der EINZIGE, in dem so etwas möglich ist.

  4. Langsam reicht’s! Wann benennen wir das Steintor in Frank H. Platz um, weil der Mann ständig zu Unrecht durch die Polizei drangsaliert wird? Und wer denkt mal an den Polizisten, der mit Sicherheit an der Situation zu knapsen hatte, das durch einen Schuss aus seiner Waffe jemand getötet wurde?

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