24. Mai 2019

Die Bürofenster der Immobilienfirma Weis in der Badenstedter Str. am Lindener Berg wurden letzte Nacht (23/24.05.2019) mit festsitzender Schmiere beworfen. Dem Anschein nach kamen Wachskugeln zum Einsatz, die mit einer tintenartigen Flüssigkeit gefüllt waren.

Das Immobilienbüro hatte seinen dortigen Sitz erst in diesem Jahr eröffnet. In der gleichen Nacht wurden weitere Büros von anderen Immobilienfirmen im Stadtgebiet ebenfalls mit Schmiere beworfen und Scheiben beschädigt. Dazu gehört auch Vonovia, denen Häuser im Sporlederweg in Linden-Süd gehören.

Immobilienfirma Weise an der Badenstedter Str. am Lindener Berg

Es liegt ein Bekennerschreiben vor über das die >> HAZ berichtet. Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen.

Das Bekennerschreiben wendet sich dagegen, das mit „Verkauf und Verwaltung“ von Wohnungen Profite gemacht werden. Damit wenden sich die Täter gegen die soziale Marktwirtschaft und gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung insgesamt.

Im Prinzip waren diese Aktionen bereits auf einem Plakat der linksautonomen Szene in allgemeiner Form angekündigt worden.

Dieses Bekenntnisplakat listete gewalttätige Handlungen in Linden auf mit der Schlussbemerkung: „Fortsetzung folgt …„. Das Plakat wurde im November 2018 u.a. bei den Linksautonomen in der Fröbelstr. 5 an die Hauswand geklebt.

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Angriff auf die Eismanufaktur in der Stephanusstr. in Linden-Mitte

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Auf einer Demonstration der linksautonomen Kampagne Ahoi wurden beim Vorbeimarsch die Anschläge auf die Eismanufaktur frioli in der Stephanusstr. gerechtfertigt. >> mehr

Siehe auch:
>> Stadtteilleben Fröbelstr.: „WIR SIND ALLE GEFÄHRDER*innen“ – eine Indiziensammlung

Andere Sichtweisen sind willkommen.

Klaus Öllerer

24.05.2019; 23:12


Kommentare

  1. Bei der Aggressivität der Linken bei nur der kleinsten Erhöhung von Mieten, bin ich dafür, dass Linden ordentlich gentrifiziert wird! 12€/m² und höher, dazu ein gutes Klientel mit bürgerlichen Leuten – fertig ist ein schöner Stadtteil. Die Gebäude sind ja schon schick…

    1. Leider ist hier schon wieder einmal der Artikel verändert worden, nachdem ich kommentiert habe: Das Plakat mit der „stolzen“ Straftaten-Liste ist hinzugekommen, wodurch mein Kommentar nun im falschen Kontext erscheint.

      Der konkrete Fall der Beschmierung ist nach Strafrecht noch nicht mal eine Sachbeschädigung, sondern nur eine Beleidigung. Die Schadensbeseitigungskosten müssten die Geschädigten übers Zivilrecht einklagen. Die Qualität dieser Straftat wiegt wesentlich leichter als die auf dem Plakat angeführten Sachbeschädigungen, die ich ablehne. Ich selbst würde mich zum Erreichen der selben Ziele mit einem dicken Plakat vor den REWE stellen, und wenn’s nur stumm und leidend ist. In den Hungerstreik würde ich treten. Das hat den selben Effekt, ist aber friedlich.

      Obwohl die Geschädigten davon nicht sterben. Ich habe mehrere Obdachlose hier aus dem Stadtteil gekannt, denen es genau andersherum gegangen ist – sie sind frühzeitig und unnötig verstorben. Vorher hatten sie eine Wohnung. – Was soll man dazu sagen?

      Gleichzeitig wurde auf dem Küchengarten das 70-jährige Jubiläum des Grundgesetzes gefeiert: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen, ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

      https://hallolindenlimmer.de/kuechengarten-70-jahre-grundgesetz/

      Das, zusammen mit dem als „unmittelbar geltendes Recht“ (Art. 1 Abs. 3 GG) anzuwendenden Sozialstaatsprinzip, verpflichtet eigentlich den Staat zur Nothilfe für jeden Wohnungslosen. Private Unternehmen und Personen dagegen genießen rechtliche Handlungsfreiheit, was die Unterstützung unserer gesellschaftlichen Solidargemeinschaft betrifft. Der ebenfalls als „unmittelbar geltendes Recht“ anzuwendende Grundsatz „Eigentum verpflichtet“ ist ja schon mit den Steuerzahlungen abgegolten.

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