17. April 2019

Manchmal hört man Geschichten von Radfahrern, die grundlos gewalttätig gegen Autos von anderen Verkehrsteilnehmern vorgehen. Die folgende Geschichte ist kürzlich wirklich geschehen wie der betroffene Autofahrer berichtet. Das Titelbild zeigt die Stelle am Lindener Markt wie es begann.

Gewalttätiger Radfahrer in Linden-Mitte

von Helmut Jürgens

Wer glaubte, daß die tödliche Attacke eines Radfahrers auf der Limmerstraße nur ein Einzelfall gewesen sei, der irrt gewaltig. Vielleicht könnte es wieder geschehen.

Das habe ich am 15. April erlebt.

Ein Pedalritter, von große Statur mit grüner bis dunkelgrüner Jacke, dessen Verhalten, wie sich herausstellen sollte, alles andere als ritterlich war, kreuzte in Linden-Mitte aus einer Reihe parkender Autos heraus unvermittelt meine Fahrbahn (siehe Titelbild). Das veranlasste mich, zu hupen. Soweit so gut – doch was dann geschah, spottet jeder Vernunft.

Kaum kam ich an der nächsten Ampel zum Stehen, da traf wie aus heiterem Himmel ein gewaltiger Schlag die Seitenscheibe meiner Fahrerseite, so daß ich zusammenzuckte.

Ich kurbelte die Seitenscheibe herunter, um meinem Ärger Luft zu machen. Offensichtlich sollte genau diese Reaktion provoziert werden, die dann als Rechtfertigung zu einem durch und durch verkehrswidrigen Katz-und-Maus-Spiel führte, indem mich der militante Radfahrer durch halb Linden verfolgte, was einen gefährlichen Eingriff in die Straßenverkehrsordnung darstellt.

Dabei schreckte dieser vor nichts zurück, hielt sich dabei an keine Verkehrsregeln, nur um mir wiederholt nachzusetzen. Dabei nahm er es in Kauf, dass ich in gefährliche Verkehrssituationen geriet.

Letztendlich gelang es mir nur mit Mühe, ihm zu entkommen, ehe er seine zunehmende Aggression an mir oder meinem Fahrzeug hätte auslassen können. Während sein spontaner Angriff aus der Anonymität heraus geschah, wäre ich bei einem solchen Aggressionsverhalten anhand meines Kennzeichens schnell auszumachen gewesen.

Leider ging alles so blitzschnell, dass ich keinerlei Zeugen dieses Geschehens erfassen konnte.

Helmut Jürgens

Siehe auch: >> FahrradKonflikte: Tote und Schwerverletzte in drei Jahren

17.04.2019/18.04.2019; 12:48



Kommentare

  1. Helmut Jürgens:
    § 1 StVO
    Grundregeln
    (1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
    (2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird. (Zitat-Ende)

    Mag sein, dass der Vergleich hinkt, zeigt er doch mögliche Konsequenzen auf und ist alles andere als ein „harmloser Fall“. Wenn jemand wie dieser Radfahrer einen Autofahrer derart rücksichtslos und vor allem grundlos attackiert bishin zur Verhaltensauffälligkeit, dann wird ein vernünftiges Miteinander im Straßenverkehr von vornherein unmöglich gemacht (s.o.).

    Wir wollen doch mal die Kirche im Dorf Linden belassen, denn so etwas ist absolut intolerabel. Grundloses Autofahrer-Bashing ist von vornherein nicht hinnehmbar. Natürlich sind Radfahrer die schwächeren Verkehrsteilnehmer, aber in diesem Falle wurde der Spieß einfach umgedreht.

    Unsere Straßen droht ohnehin der innerstädtische Verkehrskollaps. Bald mischen noch zugelassene E-Scooter mit. Auch Skateboards und Elektrorollstühle beanspruchen neuerdings Platz auf unseren Straßen. Hier müssen wir zwangsläufig umdenken. Nicht der Autofahrer allein kann im Straßenverkehr das Maß aller Dinge sein, das wäre antiquiertes Denken, aber kein Grund, diesen per se zu attackieren.

  2. “Wer glaubte, daß die tödliche Attacke eines Radfahrers auf der Limmerstraße nur ein Einzelfall gewesen sei, der irrt gewaltig.“

    Es gibt also noch mehr tödliche Attacken?
    Bei allem Verständnis über die Verärgerung, aber eine solche Tragödie wie den Totschlag auf der Limmer Straße als Aufhänger zu missbrauchen, um über einen vergleichsweise harmlosen Fall von “gegen das Auto hauen“ zu berichten, ist unendlich geschmacklos und zeugt von einer maßlosen Respektlosigkeit.

    1. Es gibt zwei Tote in den letzten Jahren bei denen Fahrradfahrer durch Schläge töteten (Kötnerholzweg, Limmerstrasse). In beiden Fällen ging dem ein Wortwechsel vorraus. Das mag dem Betroffenen durch den Kopf gegangen sein, als er obigen Text schrieb.

  3. Mit dem Handy ein Bild machen und die Polizei rufen und sich in Richtung zum nächsten Streifenwagen leiten lassen. Mit Glück fährt der bis dahin hinter her und die Polizei stellt ihn.
    Was das Verhalten angeht, solche Leute gibt es auf/in oder auch ohne allen möglichen Verkehrsmitteln!

    Zu so was fällt mir immer nur dieses Zitat ein (Autor Unbekannt):
    Die Summe der Intelligenz auf unserem Planeten ist konstant, aber die Bevölkerung wächst.

    1. @Dave
      Das von ihnen angeführte Zitat soll laut Urban Priol (Kabarettist) von Jean-Luc Picard (Captain der USS Enterprise) sein. Genaueres ist mir leider zur Zeit nicht bekannt, obwohl ich es selbst immer wieder gerne verwende.

      Eine gute Osterzeit

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