21. Februar 2020

Karin Menges schließt die Apotheke sehr ungern. Aber es bleibt ihr nichts anderes übrig. Sie hatte eigentlich vor den Betrieb noch bis zum Beginn der mehrjährigen Bauarbeiten zu den Hochbahnsteigen weiter zu führen. Denn während der mehrjährigen Bauphase sah sie keine Chance auf die notwendigen Einnahmen zu kommen. Der Kundenschwund scheint voraussehbar.

Und der Vermieter war nicht bereit die Fortsetzung des Mietvertrages auf die nächsten paar Jahre zu beschränken. Eine Verlängerung um einen längeren Zeitraum bei Beibehaltung der niedrigen Miete (7,50 €/m2) wäre allerdings möglich gewesen.

So werden die nächsten Mieter den neuen Preis von 25 €/m2 bezahlen müssen, was im Falle von Gastronomie als möglich erscheint.

Neben diesem „weinenden Auge“ gibt es noch ein „lachendes Auge“, erzählt Frau Menges. So kommt sie drumherum die in diesem Jahr einzuführende „Brandschutzverordnung“ durchzusetzen nach der QMS Methode (Qualitätsmanagementsystem). Sie bezeichnet diese als bürokratisches Monster. Neben den noch anderen „Monstern“ (Gefahrstoff-, Hygiene- und Gartenschutzverordnung) wäre ihr das in diesem Jahr schwer gefallen. Jedes „Monster“ erfordert umfassende Dokumentations- und Schulungspflichten für die Mitarbeiter. Dann zitiert Sie einen Satz, den sie mal gehört hatte: „Unsere Demokratie wird eines Tages an der überbordenden Bürokratie krachend scheitern.

Der Apothekenbetrieb endete heute (21.02.2020). Am Samstag können noch Bestellungen abgeholt werden. Bis Ende Februar müssen die Räume leer sein. Da gibt es noch einiges zu tun.

Titelbild: Inhaberin Frau Menges am letzten Tag Ihrer Lindener Apotheke

öl/21.02.2020; 20:40


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.