29. Juli 2021

Foto: Kathy Büscher

Schlauer, gefiederter Geselle ist dankbar für Hilfe: Die Dohle / NABU gibt Tipps für Dohlenkästen

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Hannover – Sie ist eine der intelligentesten und sozialsten Vogelarten unserer Heimat, vergleichbar in dieser Hinsicht wohl nur mit Papageienarten, und die kleinste der Rabenvogelarten – und dabei auch noch eine besonders spannende Kulturfolgerin. Viele Superlative für einen unscheinbaren schwarzgrauen Vogel: Die Dohle.

Als „Vogel des Jahres“ 2012 erfuhr die Dohle vor neun Jahren große mediale Aufmerksamkeit. „Und die hat sie eigentlich immer verdient, in jedem Jahr“, sagt Rüdiger Wohlers vom NABU Niedersachsen, der den Fokus auf dieses interessante Tier lenken möchte: „Dohlen sind Kulturfolger. Sie  begleiten den Menschen seit Jahrhunderten, seit er Gebäude errichtet und Land bestellt hat. Daneben gibt es Dohlen, die Wälder als Lebensraum nutzen, etwa, indem sie in totholzreichen Wäldern in großen Baumlöchern und bevorzugt in den Höhlen unserer größten Spechtart, des Schwarzspechts, brüten; aber das Gros der uns im Alltag begegnenden Dohlen findet sich in unseren Dörfern und Städten, wo sie ihre Nester in allerlei Höhlungen bauen, etwa hinter Dachziegeln, unter denen sie einschlüpfen können, in Nistkästen, wenn diese ausreichend groß sind, und mitunter auch in Schornsteinen, was zu ernsthafter Gefahr für die Menschen im Haus führen kann, wenn dies genutzte Schornsteine sind!“, mahnt der Naturschützer im Zweifelsfall stets beim Schornsteinfeger nachzufragen, wenn der Verdacht einer Dohlenbrut im Schornstein besteht. Schornsteine, die für Dohlen „attraktiv“ erscheinen könnten, sollten vorsichtshalber mit einer Drahthaube versehen werden. In aktiven Schornsteinen begonnene Dohlennester sollten auf jeden Fall fachgerecht durch Schornsteinfeger entfernt werden.

Die Dohle zählt zwar noch nicht zu den gefährdeten Arten, hat aber zunehmend Probleme. Grünlandumbruch und Ackerschaffung zerstören kurzrasige Nahrungsquellen, vor allem im Hinblick auf Insekten und Mäuse. Eine veränderte Bauweise von Häusern und die für den Klimaschutz notwendige Wärmedämmung beseitigen Einschlüpfe – und damit Brutplätze für die Dohle. Die Ausräumung der Landschaft kommt hinzu und verringert das Nahrungsangebot, dessen Spektrum eigentlich recht groß ist. Es reicht von Beeren und Nüssen über Früchte bis zu Mäusen und Insekten.

„Die Dohle hat es verdient, dass wir ihr helfen“, appelliert NABU-Mitarbeiter Rüdiger Wohlers: „Diese wunderbaren Tiere helfen sogar kranken Artgenossen und unterstützen die Aufzucht anderer Jungdohlen. Dohlenpaare bleiben sich ein Leben lang treu und sind fast immer gemeinsam unterwegs.“ Interessant sind auch die wendigen Flugmanöver der Dohlen und die Tatsache, dass Dohlen auch im Winter bei uns bleiben; nur einige Jungvögel zieht es dann mitunter bis ans Mittelmeer.

Für Dohlen, rät der NABU-Experte, können auch Nistkästen gebaut werden: „Dabei kommt es auf ausreichende Größen des Innenraums und des Fluglochs an“, unterstreicht er, „im Prinzip kann gesagt werden, dass dadurch Schwarzspechthöhlen nachgestellt werden.“ Aufgrund der geselligen Lebensweise können Dohlen-Nistkästen – sollten sie sogar – zu mehreren, in nicht allzu großem Abstand, angebracht werden. „Und wenn das lustige ‚kjack‘ der Dohlen erklingt und sie aus dem Nistkasten kommen, vielleicht auch irgendwo etwas Glänzendes ‚mitgehen‘ lassen, das sie klammheimlich geklaut haben, wird der Einsatz vielfältig belohnt von diesen lustigen und hoch intelligenten Vögeln“, ist er überzeugt.

Der NABU hat für alle, die selbst einen Dohlen-Nistkasten bauen möchten, ein kleines Info-Paket zusammengestellt, das aus der Bauplansammlung für Nisthilfen aller Art und der Farbbroschüre „Vögel im Garten“ besteht. Es kann angefordert werden gegen Einsendung eines 5-Euro-Scheins beim NABU Niedersachsen, Stichwort ,Vögel im Garten‘, Alleestr. 36, 30167 Hannover.

 

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