19. Januar 2020

Landeshauptstadt Hannover – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Was ist der Lokale Integrationsplan?
Der Lokale Integrationsplan (LIP) wurde im Jahr 2008 vom Rat beschlossen und hat zum Ziel, Hannover fit zu machen für die Realität einer Einwanderungsstadt. Dazu wurden sechs Handlungsfelder (Bildung, Wirtschaft, Soziales, Stadtleben, Demokratie, Stadtverwaltung) und entsprechende Maßnahmen festgelegt, an deren Umsetzung Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft seither arbeiten.

Einführungsvideo

Warum wird der LIP überarbeitet?
Seit 2008 ist der LIP in die Jahre gekommen. Nicht nur hat sich die Ausgangssituation zum Beispiel durch die verstärkte Einwanderung ab 2015 gravierend geändert, sondern viele Teilziele des LIP wurden in der Zwischenzeit erreicht und sind somit nicht mehr aktuell. Um den heutigen und künftigen Herausforderungen gerecht zu werden, muss der LIP überholt und an die aktuelle Situation angepasst werden. Dies sah auch der Stadtrat so und beauftragte die Verwaltung per Ratsbeschluss (Drucks. 2136/2018), einen Überarbeitungsprozess unter Beteiligung der Stadtgesellschaft zu übernehmen.

Quelle: >> hannover.de

Landeshauptstadt Hannover – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Neuauflage des Lokalen Integrationsplans (LIP) für Hannover

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil haben heute (17. Januar 2020) den Startschuss für den Überarbeitungsprozess des Lokalen Integrationsplans (LIP) der Landeshauptstadt Hannover gegeben. „Wir wollen mit dem neuen LIP, die Stadt fit machen für die aktuellen und künftigen Herausforderungen einer Einwanderungsstadt und zeitgemäße Weichen für die Zukunft stellen“,sagte Onay in seiner Eröffnungsrede im Haus der Jugend. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurde der Integrationspreis des Gesellschaftsfonds Zusammenleben (GFZ) an Ministerpräsident Weil verliehen, der den Lokalen Integrationsplan in seiner Amtszeit als Oberbürgermeister Hannovers auf den Weg gebracht hatte.

Onay sieht den LIP als Gewährleistung von Teilhabe: „Diese wollen wir fördern, indem wir uns in der Stadtverwaltung mit unseren Dienstleistungen für alle Menschen gleich gut aufstellen – unabhängig von ihrer kulturellen oder ethnischen Herkunft, ungeachtet sprachlicher oder anderer Barrieren.“

Die Arbeit an der Neuauflage des LIP, dem sogenannten LIP 2.0, wird als breiter Beteiligungsprozess organisiert, an dem nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch zivilgesellschaftliche Vertreter*innen aus Vereinen und Verbänden mitwirken können.

Die zweitägige Auftaktveranstaltung im Haus der Jugend bietet einerseits Rückblick und Analysen. Insbesondere am morgigen Sonnabend (18. Januar) geht es jedoch um konkrete Zukunftsarbeit. Sechs Dialogrunden machen die Handlungsfelder des LIP 2.0: Bildung, Soziales, Demokratie, Stadtleben, Wirtschaft und Stadtverwaltung zum Thema. Hier werden grundsätzliche Fragen diskutiert, wobei die Sprecher*innen der für die Überarbeitung des LIP eigens eingesetzten Expert*innengruppen für Auskünfte zur Verfügung stehen.

Die Überarbeitung des mittlerweile zwölf Jahre alten Lokalen Integrationsplans (LIP) wurde notwendig und durch die Ratspolitik im Jahr 2018 beschlossen. Denn nicht nur die Ausgangssituation, zum Beispiel durch die verstärkte Einwanderung ab 2015, hat sich gravierend geändert. Ebenso wurden viele Teilziele des LIP in der Zwischenzeit erreicht. Die veränderten Rahmenbedingungen erfordern Neu-Definitionen von Zielen und zeitgemäße Lösungen.

Der Initiator des LIP, Ministerpräsident Stephan Weil, wurde heute mit dem Integrationspreis des Gesellschaftsfonds Zusammenleben (GFZ) ausgezeichnet. Der GFZ ist unter anderem auf der Grundlage des LIP entstanden. Die Laudatio hielt die GFZ-Kuratorin Dr. Koralia Sekler und hob die Verdienste des Preisträgers hervor: „Sie haben den Geist und das Gefühl einer Verantwortungsgemeinschaft für Integration in unserer Stadt geweckt und durch Ihre Haltung noch bekräftigt. Dafür gilt Ihnen ein besonderer Dank!“

In seiner Dankesrede wies Ministerpräsident Weil auf die große Internationalität Hannovers hin, die das Stadtleben präge. In der Landeshauptstadt lebten Menschen aus 180 Nationen, die über 70 unterschiedliche Sprachen sprechen. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund liege bei mehr als 30 Prozent: „Damals wie heute geht es darum, dass die Stadt alle Menschen im Blick hat und dass alle die gleichen Chancen haben. Und noch etwas ist entscheidend: Wir brauchen mehr Respekt untereinander. Das ist dann auch die beste Grundlage für gelungene Integration“, so der Ministerpräsident. 

Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro wird dem „Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e.V.“ gespendet.

Anschließend präsentierte das Forschungsinstitut IMAP die Ergebnisse aus einer wissenschaftlichen Befragung der Stadtverwaltung mit einem Rückblick auf die Umsetzung der Ziele aus dem LIP. Aus der Analyse wurde deutlich, dass Themen wie Integration und Interkulturalität im Arbeitsalltag stark an Bedeutung gewonnen haben.

Kultur-, Sport- und Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf nahm diese Punkte auf, insbesondere mit Blick auf den morgigen, zweiten Veranstaltungstag: „Im LIP 2.0 Prozess möchten wir gemeinsam Wege suchen und konkrete Umsetzungsschritte planen, wie Hannover als Einwanderungsstadt ein Zuhause für alle hier lebenden Menschen sein kann. Ein Zuhause, in dem die unterschiedlichsten Lebensentwürfe Platz haben, ein Zuhause, in dem niemand aufgrund welcher Zuschreibungen auch immer diskriminiert wird und ein Zuhause, das ein Gefühl von Zugehörigkeit vermittelt.“

Darüber hinaus wurden gemeinsam mit dem Dachverband der Migrant*innenorganisationen MiSO-Netzwerk e.V. die Ergebnisse aus elf Projekten des GFZ präsentiert, die sich ebenfalls der Umsetzung des ersten LIP gewidmet und ihre Empfehlungen aus der Perspektive der Migrant*innen formuliert hatten. Gefordert wurde unter anderem eine stärkere Förderung kreativer Projekte, die die politische Teilhabe zum Ziel haben.

Weitere Informationen sind unter >> www.hannover.de/lip2.0 zu finden.

19.01.2020


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