8. Oktober 2019

Titelfoto, v.l.n.r.: Iabo Kaczmarek(unabhäng), Bruno Adam Wolf (Piraten), Julian Klippert (Die Partei), Jessica Kaussen (Linke)
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Vier KandidatInnen schilderten Ihre Vorstellungen zur Ob-Wahl und was sie unternehmen würden, wenn sie als OB gewählt werden sollten.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Alle KandidatInnen haben ähnliche Vorstellungen über anstehende Themen. Eine kontroverse Diskussion war auch in Ansätzen nicht vorhanden. Es wurde sogar festgestellt, dass, wenn man vorher voneinander gewusst hätte, man sich dann vielleicht auf eine(n) einzige(n) KandidatIn geeinigt hätte.

Das Publikum selbst mag sehr aufmerksam gewesen sein. Jedoch mußte die Moderatorin sich Mühe geben Fragen aus dem Publikum zu erhalten, was vereinzelt gelang.

Die Veranstaltung fand im TAK am Küchengartenplatz statt und etwa dreissig Personen waren insgesamt anwesend. Eine Kandidatin, Catharina Gutwerk (Piraten), war wegen Krankheit nicht erschienen.

Im Video: Die KandidatInnen schildern einführend Ihre Vorstellungen.

Reihenfolge: Bruno Adam Wolf (Piraten), 02:42: Iabo Kaczmarek(unabhäng), 07:44: Jessica Kaussen (Linke), 10:50: Julian Klippert (Die Partei)

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Siehe auch: Zehn Bewerber*innen treten zur OB-Wahl an – und die Photos dazu >> mehr

öl/08.10.2019/09.10.2019; 05:54
OB-Wahl


Kommentare

  1. Zwar sind die Profile alle irgendwie links-grün, aber unterschiedlich genug, um sie herausarbeiten zu können.

    – Klippert ist ein Sonderfall unter den Kandidaten. Die Themen der Konkurrenz spricht er nicht an und hat ausschließlich eigene Themen (Klimawandel; Grüßaugust/Repräsentationsfunktion; keine Ahnung von Verwaltungsrecht, wie er gleich zugibt). Dabei macht seine Auswahl Sinn, denn ein OB hat ja nicht vor Allem ein Programm zu vertreten, sondern vor Allem festgelegte Aufgaben zu erfüllen, und bestimmte politische Richtungen fordern ja tatsächlich aktuell mehr Klimaschutzmaßnahmen von der Stadt.

    – Wolf hat sich wohl später geärgert, als erster Sprecher so wenig Redezeit beansprucht zu haben und brachte nur etwas Biographisches und an Sachthemen Migration und Schule/Bildung (sonst hätte er noch Behördendigitalisierung erwähnt). Die Einstellung des ehemaligen Kapitäns des Mittelmeerrettungsschiffs Sea Watch zur ungeregelten Migration ist eindeutig, und damit ist er für mich grundsätzlich unwählbar. Man macht nicht Millionen von jungen Männern im überbevölkerten Afrika den Mund wässrig und schleust die dann noch hierüber, mit dem klaren Ziel Deutschland. Wie kann man nur sein Land so kaputtmachen? – „Wer halb Kalkutta aufnimmt, der rettet nicht Kalkutta, sondern der wird wie Kalkutta.“ (Peter Scholl-Latour)

    – Auch Kaczmarek hat Migration auf die Fahnen geschrieben und netzwerkt aktiv einen Integrationsverein. Prinzipiell unterstütze ich alle Integrationsbemühungen. Wer bleibt, braucht Wohnung, Deutschkenntnisse, Job, Hobbies, soziales Umfeld, Sozialarbeit u.v.m. Aber dass dafür externe oder staatliche Unterstützung notwendig ist, zeigt doch, wie entwurzelt die Migranten sind, wie schlecht sich häufig robuste junge Männer in die Gesellschaft einfinden. I.a.W., sie passen nicht selbständig und von sich aus in die Gesellschaft rein.

    Und dieses Problem hätten wir nicht so weit kommen lassen sollen. Solch eine Massenmigration wie die der letzten Jahre darf sich unsere Gesellschaft nie wieder leisten. In ein paar Jahren crashen die Finanzen, die Unternehmen, die Jobs, die Sozialsysteme, und dann bricht die Gesellschaft an ihren schon jetzt erkennbaren Bruchstellen auseinander. Wer für so was kein Gespür hat, sollte nicht in die Politik gehen.

    Genau deswegen, und daher gebe ich Frau Kaczmarek recht, brauchen wir aber Integration um jeden Preis (darüber wäre noch zu reden). Jeder Ausländer, der in seinen eigenen Kulturen und Clans verbleibt und sich womöglich noch dabei radikalisiert, und sich eben nicht auch heterogen mit Normalos trifft, ist für die Gesellschaft verloren. – Neulich war ich in einer Moschee, als einziger Weißhäutiger unter rund 400 gleichförmigen jungen Männern. Das hatte mich beeindruckt, und ich nehme immer mehr muslimische, türkische, kurdische, auch albanische Clans wahr, die unter sich zusammenstecken. – Oft weitgehend unintegriert, und meine Meinung gerade als Humanist ist, dass sich die Sozialität mit solchen Leuten keinen Gefallen tut. Zu Frau Kaußen komme ich gleich noch wegen ihres Ausdrucks „rechtes Gesocks“.

    Soweit. – Kaczmareks weitere Themen waren dann ja noch ihre wie immer etwas abstrakten Vorstellungen von Netzwerken, Projekten, Wohn-, Lebens- und Raumräumen, Schulräumen, Menschen. Also weniger das Was als das Wie. Sie ist die einzige Kandidatin in der Runde, die keine Wolkenkuckucksheime verpricht, sondern sagt: Nach dem Was müssen wir die Bürger fragen. Das ist ein ordentliches Alleinstellungsmerkmal; das muss im Profil noch deutlicher herausgearbeitet werden.

    – Kaußen ist die einzige Kandidatin, die klassisch-linke Positionen eingebracht hat. Bei ihren Hieb auf die OB-Kandidaten der Altparteien (CDUSPDGrüne) bin ich voll und ganz dabei. Bei deren Nebeneinkünften und Connections würde ich mal stark von Befangenheiten ausgehen. Die sind unwählbar. Mir ist völlig schleierhaft, wie man überhaupt den Gedanken entwickeln kann, einen Konzernchef als obersten Diener einer Kommune einsetzen zu wollen.

    Also das Establishment raus, und mehr Frauen in die Politik. Das ist mir recht.

    Das Thema Migration behandelt Frau Kaußen nur indirekt; ihr Klientel sind offenbar weniger Migranten selbst als linke Wutbürger, die schon einen steifen Hals bekommen, wenn sie an „Ausländerfeindlichkeit“ und „AfD“ nur denken. Während die Haltungen von Wolf und Kaczmarek immerhin auf das positive Ziel der Integration gerichtet sind, verbleibt die linke Kaußen im politischen Dagegen.

    Im Stadtrat hat sie wahrscheinlich viel Zoff mit der dort erstarkten AfD und den Hannoveranern. Da kenne ich mich nicht aus. Ich hatte mir nur mal kurz den OB-Kandidaten der AfD angeguckt, einen Generalleutnant a.D. oder so, und Militärs will ich nicht in der Politik.

    Jedenfalls deutet auch der Begriff „rechtes Gesocks“ (Zitat) auf ziemliche Verhärtungen und tiefe gesellschaftliche Spaltungen hin. Ich selbst bin ja bislang immer noch nur als Rassist bezeichnet worden, obwohl mir (vielleicht fast) noch nie gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nachweisen konnte. Aber dass man die Krätze kriegt, wenn mal wieder Sperrmüll rumfliegt und man noch weiß, wer ungefähr das war, ist ja auch klar. Oder wollt ihr pseudolinken Gutmenschen den Bürgern auch noch vorschreiben, was sie natürlicherweise empfinden sollen.

    – Letztendlich habe ich bei der Beschäftigung mit der Wahl gelernt: Establishment und Dogmatiker raus aus der Politik, Kaczmarek wird’s!

    Ich danke allen Kandidaten für ihr interessantes demokratisches Engagement.

    1. P. S.: Bei der vielfach besser besuchten Marktkirchenveranstaltung zuvor waren SPDCDUGrüne und erneut Kaczmarek auf dem Podium. Auf dem Hauptprogramm standen mögliche Bürgerbeteiligungsformate. Dazu habe ich jetzt gerade noch mal meine Notizen rekapituliert und staune nicht schlecht, dass ich eventuell sogar noch mal CDU wählen würde.

      Der Unterschied ist, dass der Scholz der einzige Kandidat war, der in diesen Fragen knochentrocken und ehrlich war darin, dass er von solchen Sachen nicht viel hält (rofl). Angesichts der phantasievollen Dogmatik, den blinden Hoffnungen, den ungebildeten Einschätzungen und der verbreiteten Fehlinterpretationen unserer gesellschaftlichen Umstände ist pragmatischer Realismus schon fast eine Wohltat.

      Er mag ja zum Geldadel gehören, die ihren Bedarf aus der Bevölkerung herauszieht, aber wenigstens denkt er mal rational und klar und steht dazu. Das ist ja auch was wert. Und sehr selten.

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