25. Juli 2019

Die Hitze am Donnerstag (25.07.2019) schlug richtig zu. Mit 40 oC auf der Anzeige am Küchengarten wurde der Rekord vom 30. Juni, 36 oC, kräftig übertroffen.

40 oC Hitzerekord: 15:47 am 25.07.2019
Temperaturanzeige an der Lindener Apotheke

Dieser Temperaturrekord ist eine vorübergehende Erscheinung. Für die nächsten Tage sind laut Vorhersagen niedrigere Temperaturen zu erwarten.

Zur Diskussion

von Klaus Öllerer

Frage: Ist das schon Klima, also ein Trend zu mehr globaler Wärme? Oder ist das Wetter und geht wieder weg?

Die Antwort ist eigentlich recht einfach. Es entsteht keine neue Wärme. Vorhandene Wärme wird nur anders verteilt. Wenn es bei uns hier wärmer wird, dann wird es woanders kühler. Dafür sorgen die Winde. Bestimmt wird dieses durch die Großwetterlage. Wenn der Wind aus der Arktis zu uns käme, dann wird es kalt. Wenn er aus dem Süden, der Sahara, kommt, dann wird es heiß. Global gesehen haben wir es hier mit einem Nullsummenspiel zu tun. Regionen mit Wärme und Kälte gleichen sich aus.

Ein Nullsummenspiel war bspw. der heiße Sommer 2018. Und hier hat sich der Meteorologe Kachelmann letztes Jahr dazu geäußert:

Es war auch in diesem Jahr (2018, Red.) immer so, dass über die gesamte Nordhemisphäre die Gebiete mit überdurchschnittlichen und unterdurchschnittlichen Temperaturen ausglichen und entsprechend zu einer hemisphärischen Abweichung von rund 0 Grad führten, wie Kollege Ryan Maue darstellen konnte.“ [1]

Die folgende Landkarte zeigt die damalige Verteilung von warmen und kalten Regionen auf der Nordhalbkugel.

2018.08.13_Wetter_Deutschland–Kachelmann_ueber_den_Klimawandel_Kein_Sommermaerchen_1_K.jpg
29.07.2018: Die Temperaturverteilung auf der nördlichen Halbkugel der Erde.
Während Europa unter einer Hitze stöhnte erlebten andere Regionen Kälte, so bspw. Teile der USA, Sibirien, etc.. [1]

Regionale Temperaturextreme haben also erst einmal nichts mit der globalen Temperatur zu tun. Diese Extreme gleichen sich aus. Der globale Trend ist annähernd Null.

Die Hitzesommer, die wir seit einigen Jahren etwas verstärkt erleben, sind historisch nichts Besonderes. Wir leben heute in einer Warmzeit, wie es sie ähnlich warm auch im Mittelalter gab oder weitere tausend Jahre früher in der Römerzeit. So stellte die Uni Greifswald kürzlich in einer Studie fest, dass Hitzesommer wie 2018 im Mittelalter öfters vorkamen. [2]

Über Hitzesommer im Mittelalter gibt es weitere Literatur.

Zitat: „Drei heiße Sommer in Folge sind an sich schon eine Besonderheit. Die Szenarien gleichen sich: Das Heu verdorrte auf den Feldern, Getreide und Gartenfrüchte wuchsen nicht richtig, Bäche und Brunnen trockneten aus, man konnte gefahrlos durch die größeren Flüsse waten, die Mühlen hatten nicht genug Wasser zum Mahlen, es kam zu Waldbränden. Erst 1474 war wieder ein normaler Sommer, der in manchen Regionen auch als zu kalt eingestuft wurde.“ [1]

Die Ähnlichkeit mittelalterlicher und heutiger Temperaturen zeigt folgendes Diagramm [1].

Jahresgang von Temperatur seit dem Jahr 1000 in Mitteleuropa:
Die feinere Kurve repräsentiert den mittelfristigen Verlauf, der aus den jährlichen Angaben über einen 31-jährigen Filter errechnet wurde. Darüber hinaus ist in der kräftigeren Linie die langfristige Entwicklung dargestellt.
Quelle: Klimageschichte Mitteleuropas, Rüdiger Glaser

Am allerschlimmsten war der Hitzesommer 1540.
Zitat: “ Zu Fuß durch den Rhein
Immer verzweifelter suchten die Menschen nach Trinkwasser im Sommer 1540. Selbst anderthalb Meter unter manchem Flussbett in der Schweiz fand sich „kein Tropfen“, wie der Chronist Hans Salat notierte. Brunnen und Quellen, die nie zuvor trocken gefallen waren, lagen brach. Die anderen wurden streng bewacht, ausgeschenkt wurde nur beim Glockenschlag. Verunreinigtes Wasser ließ Tausende an Ruhr sterben, einer Entzündung des Dickdarms.
“ [3]

Der Blick in die Vergangenheit zeigt, das Klima und Wetter immer im Wandel begriffen sind. Ein Klimaparadies gibt es nicht. Es ist allerdings so, dass wir heute – vor allem verglichen mit den letzten 700 Jahren – ein vorteilhaftes Klima haben. Wenn wir zurückblicken auf diese Zeit der Kleinen Eiszeit, dann haben wir heute recht gute Klimaverhältnisse.

Quellen
[1] >> Kachelmann
[2] >> Trockensommer wie 2018
[3] >> Spiegel

Lesetipp, Bild:
Als die Hitze keine Last war
Früher war anders Sommer >> mehr

Andere Sichtweisen sind willkommen

Klaus Öllerer
arbeitet mit bei KlimaKontroverse.de

25.07.2019




Kommentare

  1. Bei Klimafragen ist ja auch immer die Wissenschaftlichkeit ein Grundthema. – Ein korrekt arbeitender Wissenschaftler aus einem anderen Bereich, der Neurologie und Psychiatrie, zeigt nachvollziehbar und in umfassender Serie Willkür und Unrechtmäßigkeiten im Wissenschaftsbetrieb auf:

    https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/

    Wohlgemerkt, der Typ arbeitet und dokumentiert wissenschaftlich hyperkorrekt, hat eine Menge drauf, kriegt als Noten A+. Seine Logik und die Ergebnisse sind überaus nachvollziehbar, intelligent, intellektuell hochstehend, und dazu noch von gesundem Menschenverstand geprägt. Sie widersprechen allerdings der Mainstream-Wissenschaftsideologie in diesem Bereich gründlich; ich habe viele seiner Artikel gelesen (und auf Telepolis auch die Kommentare dazu) und halte sie für vernünftig. Sein Problem ist nun, dass er keine Forschungsmittel erhält und daher den Wissenschaftsbetrieb für korrumpiert hält und das auch sagt.

    Sein neuester Artikel ist ein außergewöhnlicher Insiderbericht zur Forschungsmittelvergabe, Lesedauer 12 Minuten:
    https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/von-einem-der-sich-wehrte/

    – Um noch mal aufs Klima zurückzukommen: Dass im Mainstream falsche Wahrheiten verbreitet werden, läuft überall so, in allen Bereichen des Wissenschaftsbetriebs. Diese Unkultur hat sich auch in der Politik breitgemacht, in der Wirtschaft und den Menschen. Die zunehmende Unzivilisierung und Anti-Aufklärung ist für Viele normal; Andere hatten sich schon größere Hoffnungen gemacht.

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