18. Mai 2020

Siehe auch unten: Hinweis zu Corona-Infizierungen
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Das Krankenhaus Siloah hat derzeit ca. 15 Corona-Patienten aufgenommen, die Symptome zeigen. Für einen evtl. starken Anstieg der Fälle wurden zwei Zelte vor das Gebäude gestellt, die bisher allerdings nicht benötigt wurden. Für das gesamte Siloah gilt eine Besuchssperre.
Näheres siehe hier: >> siloah.krh.de/ (Besuchsverbot) und >> Zelte

Die ersten in Linden bekanntgewordenen Fälle von Corona-Infektionen gibt es in einer Behinderteneinrichtung in der Von-Alten-Allee in Linden-Mitte. In zwei Pressemitteilungen nimmt der Verein Lebenshilfe e.V. dazu Stellung. Von den 34 Bewohnern sind etliche infiziert, die entsprechend versorgt werden.

Pressemitteilung der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung gGmbH

12. Mai 2020

Nach wie vor hat das Coronavirus Auswirkungen auf das Leben von Berufstägigen, Familien und Senioren. Auch die Bewohner*innen unserer Wohnstätten erfahren Einschränkungen und haben Probleme.

In der Wohnstätte Von-Alten-Allee leben gegenwärtig 34 Bewohner*innen mit einem Altersdurchschnitt von 51 Jahren. Alle an Covid-19 positiv getesteten Bewohner*innen sind in ihren Zimmern isoliert worden. Sie werden von Mitarbeitenden in entsprechender Schutzkleidung betreut und versorgt. Gesetzliche Betreuer und Familienangehörige der Bewohner*innen sind selbstverständlich über die besondere Situation informiert.

Krankheitssymptome zeigen sich bei den Betroffenen sehr unterschiedlich. So gibt es erkrankte Bewohner*innen, die keine Symptome zeigen oder Bewohner*innen mit vermehrten Krankheitssymptomen.

Für alle Bewohner*innen, ob an Covid-19 erkrankt oder nicht, ist diese Situation sehr schwierig.

Ein sehr enger Kontakt mit dem Gesundheitsamt und der Heimaufsicht besteht selbstverständlich.

Geschäftsführung

Pressemitteilung der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung gGmbH

4. Mai 2020

Die Pandemie hat erhebliche Auswirkungen auf das Leben jedes Einzelnen. Beschäftigte und Bewohner*innen in unseren Wohnstätten sind gleichermaßen betroffen. Es gibt in beiden Gruppen Verdachtsfälle und infizierte Personen. Bewohner*innen mit verdächtigen Symptomen werden sofort von den Übrigen isoliert. Mitarbeitende mit Anzeichen von Fieber, Husten oder Atemnot sind aufgefordert Zuhause zu bleiben oder befinden sich in angeordneter häuslicher Quarantäne. Alle Maßnahmen erfolgen in enger Kooperation mit dem örtlichen Gesundheitsamt und im Dialog mit der Heimaufsicht.

Unsere Bewohner*innen sind besonders gefährdet durch den Eintrag des Coronavirus von außen. Das Verständnis der Angehörigen ist unerlässlich bei Reduzierung der persönlichen Kontakte auf Fenster- und Terrassentürgespräche. Die getroffenen Besuchseinschränkungen sind aber absolut wichtig, um Mitarbeitende und Bewohner*innen bestmöglich zu schützen.

Gleichzeitig sollen Kontakte zu Mitbewohner*innen vermieden werden. Doch bei jedem Menschen besteht ein Bedürfnis nach Kontakt und Nähe. Selbstbestimmtes Wohnen in einer Gemeinschaft bei gleichzeitiger Abstandswahrung erfordert deshalb kreative Lösungen.

Für jede Wohnstätte gilt das verordnete Betretungsverbot. Unsere Bewohner*innen sind angehalten, die Wohnstätte nicht zu verlassen. Doch dabei dürfen wir ihre grundgesetzlich garantierte Bewegungsfreiheit nicht einschränken. Der Konflikt scheint nahezu unlösbar. Es ist schwierig an die Vernunft von Menschen mit geistiger Behinderung zu appellieren. Oft fehlt ihnen das Bewusstsein für die eigene Verantwortung bei der Eindämmung der Pandemie. Ihre gewohnte Routine des Tagesablaufs ist nicht mehr vorhanden, unsere Betreuungsangebote erfolgen kontaktarm. Doch eine Infektion kann auch bei Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen nicht ausgeschlossen werden.

Arbeitsbedingungen wurden angepasst (Verhältnisprävention); ein gesundheitsbewusstes Verhalten der Mitarbeitenden wird gefördert (Verhaltensprävention). Der präventive Infektionsschutz unserer Bewohner*innen und Mitarbeitenden hat absoluten Vorrang. Ein betrieblicher Pandemieplan wurde umgehend aufgestellt; ein Hygieneschutzkonzept wurde implementiert, um die Grundlage für ein sicheres Zusammentreffen der Personengruppen zu schaffen. Alle betrieblichen Maßnahmen dienen dem Ziel, die Gesundheit unserer Bewohner*innen und Mitarbeitenden zu schützen und die Infektionskette zu unterbrechen.

Dabei ist das konsequente Einhalten von Hygienemaßnahmen von entscheidender Bedeutung (Händedesinfektion und Abstandhalten). Ein Mund-Nasen-Schutz soll getragen werden. Seifen-, Desinfektions- und Handtuchspender stehen ausreichend zur Verfügung.

Räume werden regelmäßig gereinigt und gelüftet. Dienstbesprechungen sind auf das unbedingt Notwendige reduziert. Technische Alternativen wie Telefonkonferenzen werden genutzt. Persönliche Schutzausrüstung steht ausreichend zur Verfügung. Arbeitsbereiche wurden getrennt, um Durchmischungen möglichst zu vermeiden. Darüber hinaus sind wir bemüht, die psychischen Belastungen durch ein umfassendes Informations- und Gesprächsangebot zu minimieren.

Geschäftsführung

Siehe auch >> Corona: 23 Fälle im Heim in Linden

Hinweis zu Corona-Infizierungen
Die allermeisten Infektionen verlaufen milde. Als ein Beispiel mag hier der Fall des grünen Politikers Özdemir gelten. Corona verlief bei ihm sehr mild und er steckte Niemanden in seiner Familie an – weder Frau noch Kinder. Ein Vergleich mit Grippewellen liegt nahe. Beispielsweise wurden 2017/18 ca. 20 Millionen Menschen mit Influenza infiziert und 25.100 starben. Risikopersonen sollten daher gut geschützt werden.

Siehe auch: >> NDR – „Püschel: Keine besonderen Gefahren durch Coronavirus“ – Video

Titelbild: Behindertenheim in der Von-Alten-Allee in Linden-Mitte

öl/18.05.2020…19.05.2020; 10:05


Kommentare

  1. Ebenfalls ein Hinweis zu Coronainfizierungen: Für eine abschliessende Beurteilung ist es noch zu früh. Derzeit gibt es z.B. verstärkt Fälle in der Berliner Charité, wo Ischgl-Heimkehrer, die anfangs nur „milde Verläufe“ hatten, nun mit Herzmuskelentzündungen zurückkehren. Alles harmlos wie bei einem Grünenpolitiker? Bitte erspart uns die Vergleiche von SARS-Cov2 mit Influenzaviren. Man kann natürlich auch Äpfel mit Bananen vergleichen und zu dem Schluss kommen, dass beides Obst ist…

    1. Bitte zur Kenntnis nehmen:

      Zitat:
      „Oberarzt hat selbst Corona-Patienten behandelt
      Mediziner mit Video-Appell: „Wir alle haben jetzt diese einmalige Chance“

      Vier Punkte der aktuellen Corona-Lage
      Schäufele, der als Oberarzt Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin am Universitätsspital Zürich arbeitet, sehe häufig Patienten mit schweren Verläufen einer Covid-19-Erkrankung. Viele dieser Patienten überlebten diese Erkrankung nicht.

      Doch immer mehr Infizierte seien genesen und die Intensivstationen würden leerer. Auch könnten die Erkrankten zunehmend stabil zurück auf die Normalstationen. Daher betont der Intensivmediziner vier wichtige Punkte.

      „Punkt 1: Für die überwiegende Mehrzahl aller Menschen, besteht kein signifikant erhöhtes Risiko, an dieser Erkrankung zu versterben. “
      „Punkt 2: Der Schutz der Risikogruppen, verhindert Bettenknappheiten auf Intensivstationen.“
      „Punkt 3: Eine breite Isolation verhindert eine breite Immunisierung.“
      „Punkt 4: Es sterben aktuell Menschen aufgrund fehlender medizinischer Versorgung in anderen Bereichen. Auch in der Notfallmedizin ganz akut das Problem. Herzinfarkte, Schlaganfälle, verzögerte Behandlung bei Krebserkrankungen“
      Ärzte sollen Verantwortung übernehmen
      Gerade deshalb fordert er dringend einen „vernünftigen und wissenschaftlichen Umgang“ mit der aktuellen Situation. Für Schäufele stellen vor allem die langfristigen Folgen ein dramatisches Problem dar. Darunter Existenzen die wegbrächen, ebenso die fehlende medizinische Versorgung in anderen Bereichen. …“ Zitatende

      https://www.focus.de/gesundheit/schluss-mit-der-angstmacherei-intensivmediziner-spricht-klartext-was-wollen-wir-mit-der-taeglichen-zaehlerei-erreichen_id_12006175.html

      1. Ich sehe bei dieser Antwort nicht hunderprozentig den Zusammenhang zu meinem Apell, mit einer abschießender Bewertung der Krankheitsverläufe vorsichtig zu sein.

        Eigentlich sagte mein Zusatz nichts anderes als der von Dir angeführte Oberarzt:
        Wir fordern einen „vernünftigen und wissenschaftlichen Umgang“ mit der aktuellen Situation.

        Das sollte selbst für eine pseudojournalistische Publikation wie hier auf hallolindenlimmer.de gelten.

        1. Dr. Schäufele, der als Oberarzt Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin am Universitätsspital Zürich (USZ) arbeitet bezeichnet selbst die gegenwärtige Pandemie als vergleichbar mit Grippewellen und wendet sich auch gegen den Lockdown.
          Bitte mal sein Video anschauen, bereits in den ersten drei Minuten:
          https://youtu.be/__0fi7ugj6s

          Ich finde das sehr lehrreich, findet man in den offiziellen Medien nicht – sondern nur in solchen wie halloLindenLimmer.de, die sich dem seriösen Journalismus verpflichtet fühlen.

    2. Zitat: „Man kann natürlich auch Äpfel mit Bananen vergleichen und zu dem Schluss kommen, dass beides Obst ist…“ Zitatende

      Das sehen bedeutende Wissenschaftler anders:

      The New England Journal of Medicine
      Covid-19 — Navigating the Uncharted
      This suggests that the overall clinical consequences of Covid-19 may ultimately be more akin to those of a severe seasonal influenza (which has a case fatality rate of approximately 0.1%) or a pandemic influenza (similar to those in 1957 and 1968) rather than a disease similar to SARS or MERS, which have had case fatality rates of 9 to 10% and 36%, respectively.
      Google Übersetzung:
      Dies deutet darauf hin, dass die klinischen Gesamtfolgen von Covid-19 letztendlich eher denen einer schweren saisonalen Influenza (mit einer Todesrate von etwa 0,1%) oder einer pandemischen Influenza (ähnlich wie in den Jahren 1957 und 1968) ähnlicher sind als eine Krankheit ähnlich wie SARS oder MERS, bei der die Sterblichkeitsrate bei 9 bis 10% bzw. 36% lag.
      https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMe2002387

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