13. Dezember 2019

Beschluss des Aufsichtsrats:

ÜSTRA bereitet Verkehrswende vor – Rund 400 Millionen Euro Investitionen in den nächsten fünf Jahren

Mit der Zustimmung zum Wirtschaftsplan der ÜSTRA hat der Aufsichtsrat des Unternehmens auf seiner heutigen Sitzung grünes Licht für ein gewaltiges Investitionsprogramm gegeben, mit dem der Nahverkehr in der Region Hannover ausgebaut werden soll. In den nächsten fünf Jahren (2020 bis 2024) plant das hannoversche Verkehrsunternehmen erhebliche Investitionen, darunter 246 Millionen Euro in neue Fahrzeuge, 63 Millionen in seine Betriebshöfe und Leitstelle, 26 Millionen in die Ausrüstung der Strecken und 12 Millionen in Fahrgastserviceeinrichtungen. Insgesamt werden sich die Investitionen bis 2024 auf 396 Millionen Euro belaufen. Hinzu kommen hohe Millionenbeträge für den Bau von Hochbahnsteigen und neuen Stadtbahnstrecken, die von der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover als Eigentümerin des Stadtbahnnetzes investiert werden. 

„Mit diesem enormen Investitionsprogramm stellen wir die Weichen für einen weiteren intensiven Ausbau des Nahverkehrs in der Region Hannover“, erklärte dazu der Aufsichtsratsvorsitzende Ulf-Birger Franz. „Die Verkehrswende kann gelingen, wenn wir mutig sind und die vorhandenen Kapazitäten im Nahverkehr deutlich erweitern.“ Damit sei die ÜSTRA gerüstet für die Herausforderungen der nächsten Jahre, meinte der Vorstandsvorsitzende der ÜSTRA Dr. Volkhardt Klöppner: „Wir haben uns für die kommenden Jahre viel vorgenommen, aber das ganze Team der ÜSTRA ist hoch motiviert, seinen Beitrag zur Verkehrswende zu leisten, weil es mit der Region Hannover einen starken Partner an seiner Seite weiß.“

Zu den Großprojekten, die mit dem Investitionsprogramm  finanziert werden, gehören unter anderem:

  • Die Entwicklung und Beschaffung von Stadtbahnen des neuen Typs TW 4000 ab 2025
  • Die Umstellung der Busflotte auf Elektroantrieb und der Aufbau einer Ladeinfrastruktur bis 2023
  • Der Neubau des Betriebshof Glocksee einschließlich neuer Leitstelle bis 2028
  • Die Digitalisierung der Verkehrstechnik und die Ein-führung neuer Assistenzsysteme bis 2025
  • WLAN für Fahrgäste bis 2023
  • Die Erneuerung der Fahrkartenautomaten bis 2021

TW 4000 kommt 2025 und soll bis 2050 fahren

Mit dem Jahr 2022 soll die Beschaffung der ersten 75 neuen Stadtbahnfahrzeugen des Typs TW 4000 starten. Hierfür sind für die Jahre 2022 und 2023 Teilzahlungen in Höhe von jeweils 82,5 Millionen Euro an den Zulieferer eingeplant. Mit der Entwicklung eines Designkonzeptes für die neue Stadtbahngeneration TW 4000 wurde bereits in diesem Jahr begonnen, dies soll in 2020 fortgeführt und finalisiert werden. Das Designziel ist ein modernes Äußeres und Inneres der Stadtbahnwagen, welches ein Optimum an Kapazität, Komfort und Service für Fahrgäste bietet. In den Jahren 2025 bis 2035 ist die Inbetriebnahme von insgesamt 275 neuen Stadtbahnfahrzeugen des Typs TW 4000 vorgesehen. Damit wird die ÜSTRA ihre Stadtbahnflotte um ein Drittel oder rund 100 Wagen vergrößern. Vor diesem Hintergrund prüft der Vorstand der ÜSTRA auch die Not-wendigkeit eines weiteren neuen Betriebshofs.

Ziel ist es nicht nur, mit den zusätzlichen Stadtbahnen die ab Mitte des nächsten Jahrzehnts von der Infrastrukturgesellschaft fertiggestellten neuen Stadtbahnstrecken – etwa nach Hemmingen oder zur MHH – zu bedienen, sondern auch auf den bestehenden Linien längere Stadtbahnzüge und engere Takte zu ermöglichen.  

Nur noch Elektrobusse

Bis Ende 2023 will die ÜSTRA die gesamte Umweltzone in Hannover ausschließlich mit Elektrobussen befahren und die dazu benötigte Ladeinfrastruktur aufbauen. Die ersten vier von 48 dazu benötigten Elektrobussen des Typs Mercedes eCitaro werden Januar des nächsten Jahres in Hannover eintreffen und sollen im Frühjahr in Betrieb gehen. Bis 2030 will die ÜSTRA ihre gesamte Busflotte mit Elektrofahrzeugen betreiben, außerdem sollen in einem Pilotprojekt gemeinsam mit der regiobus GmbH Erfahrungen mit einem mit Wasserstoff betriebenen Bus gesammelt werden. Für die Elektrobusse sind rund 47 Millionen Euro eingeplant, für die Ladeinfrastruktur weitere 23 Millionen Euro.

Eine neue Leitstelle für die Mobilität von morgen

Sowohl das Stationsgebäude Glocksee (Baujahr 1961) als auch die Betriebswerkstatt Glocksee sind in die Jahre gekommen und nicht mehr entwicklungsfähig. Daher ist geplant, die alten Gebäude abzureißen und durch neue, den zukünftigen Bedürfnissen und technischen Anforderungen entsprechende Gebäude zu ersetzen. Das Investitionsvolumen für die gesamte Baumaßnahme beläuft sich nach derzeitigem Planungsstand auf bis zu 80 Millionen Euro. Die Baumaßnahme soll in zwei Bauphasen bis 2028 unter laufendem Betrieb realisiert werden. Zeitgleich wird für rund 20 Millionen Euro eine neue Betriebsleitstelle auf Glocksee entwickelt, aus der heraus eine hocheffektive zentrale Steuerung von Verkehr und ÖPNV in der Region Hannover erfolgen kann.

Fördermittel nötig

Alle Investitionsvorhaben stehen unter dem Vorbehalt der Bewilligung entsprechender Fördermittel durch Bund und Land. Das Verkehrsunternehmen hofft nach dem erfolgreichen Aktionstag am 30. November, der gezeigt hat, dass Verkehrswende und Ausbau von Kapazitäten im ÖPNV nur zusammen zu denken sind, auf Rückenwind und Unterstützung in den zuständigen Gremien und Institutionen.

Neues Modell zur Vergütung von Betriebsräten entwickelt

Der Aufsichtsrat hat sich in seiner heutigen Sitzung auch mit einem Gutachten über das System zur Bewertung von Mitarbeitergehältern in Betriebsratsfunktion beschäftigt. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass das bisherige System zur Entlohnung von freigestellten und teilfreistellten Betriebsräten transparent und willkürfrei erfolgte, allerdings nicht rechtskonform ist. Um Schäden und Haftungsrisiken für Unternehmen und neues Management zu verringern, hatte der Vorstand bereits im August 2019 eine Arbeitsgruppe mit externen Experten damit beauftragt, ein neues rechtsicheres Vergütungsmodell zu entwickeln. Der Aufsichtsrat begrüßt die Entscheidung des Vorstandes, das alte Vergütungssystem einzustellen und durch das neu entwickelte Modell zu ersetzen. Darüber hinaus informierte der Vorstand den Aufsichtsrat, dass vorhandene Rückforderungsansprüche des Unternehmens bzw. vorhandene Nachzahlungsansprüche von Mitarbeitern entsprechend umgesetzt werden.

Dank des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat dankte in seiner letzten Sitzung des Jahres den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, dem Management sowie dem Vorstand der ÜSTRA für die geleistete sehr gute Arbeit, insbesondere für den Beitrag zum erfolgreichen Aktionstag am 30. November.

ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft

Pressemeldung

Quelle Titelbild: ÜSTRA

13.12.2019


Kommentare

    1. Das war damals Stadtrand! Und als Bauland ist die Fläche relative ungeeignet da sie technisch noch im Hochwassergebiet liegt, darum wurde erst vor den Werkshallen die große Mauer mit dem Zaun drauf gebaut!

  1. Schön das Bild mit einen der 3 Testbusse. Dieses Bild entspricht nicht mehr den Stand der Dinge denn die Neuen Busse sollen von mindestens einem anderen Hersteller kommen.
    Die Busse werden auch nicht aufgrund der Verkehrswende angeschafft sondern um die Luftreinhaltung Vorgaben der EU endlich einzuhalten. Leider wird dieses durch Akkubusse bei der Üstra umgesetzt.
    Regiobus möchte Langfristig auf den Wasserstoffantrieb setzt.
    Was der Verkehrswende zu gute kommen soll ist die Aufstockung des Stadtbahnwagen Bestandes. Wenn wirklich alle 275 Fahrzeuge kommen werden, wird sogar ein neuer Rekord aufgestellt den bislang die grünen TW6000 mit ihren 260 Fahrzeugen aufgestellt haben.

    1. Moin Dave, du scheinst dich ja bei den Verkehrsbetrieben ganz gut auszukennen.
      Mir wurde von ÜSTRA-Mitarbeitern hinter vorgehaltener Hand erklärt, dass am Aktionstag 30. November bereits Fahrzeuge unterwegs waren, die eigentlich schon ins Ausland verkauft worden sind, und extra für den Aktionstag wieder an das ÜSTRA-Netz angepasst wurden. Ohne diese Wagen hätte man die ganze Aktion nicht machen können. Wenn ich dann lese, dass NUR 100 neue Stadtbahnfahrzeuge bis 2035 dazukommen sollen, dann frage ich mich, wie man damit eine Verkehrswende hinbekommen soll. Desweiteren wurde mir gesagt, dass die Taktung auf den U-Bahnstrecken bereits am Limit ist, da besonders in den Tunneln ein Sicherheitsabstand zwischen den Zügen beibehalten werden muss, der MEHR Züge garnicht zuläßt.
      Kannst du dazu etwas sagen?

      1. Das Stadtbahnmodell TW6000 wurde zwischen 1974 und 93 gebaut, der TW2000/2500 wurde von 1997 bis 2000 gebaut. Die geplante Nutzung jedes Wagen ist für 30 Jahre Jahre ausgelegt.
        Da man bei der Ausschreibung des TW3000 mit zu wenig Nutzersteigerung kalkuliert hat wurden nur 146 Wagen bestellt und weitere 7 aufgrund einer Verstragsverletzung als finanzieller Ausgleich mehr gebaut, das weicht aber nicht aus und deswegen sollten einige der TW6000 modernisiert werden um sie länger nutzen zu können, dieses hat aber nicht geklappt wie geplant war, so dass aus der Modernisierung nur eine Aufarbeitung wurde die für weitere 10 Jahre taugt. Somit müssen rechnerisch alle TW6000 und TW2000/2500 in den nächsten 10 Jahren durch neue Fahrzeuge ersetzt werden. Dann stehen nur noch die Modell TW3000 (153 Wagen) und die bis dahin gebauten TW4000 (bis zu 275 Wagen) zur Verfügung. Die Üstra wird also 2035 voraussichtlich 428 Wagen haben. Dieses sollen dann 100 mehr sein als aktuell.
        Die Tunnelstrecken sind mit der aktuellen Signaltechnik für einen stabilen verkehr mit 4 je Linien ausgelegt. Da der D-Tunnel zur Expo aufgrund der Grünen nicht gebaut wurde wurde der Anschluss von Messe Ost in den C-Tunnel gelegt was dieses ausreizt. Wenn eine weitere Linie Zwischen Wasserstadt und MHH fahren soll ist der A-Tunnel auch voll. Dann muss uns die 17 erhalten bleiben um Wettbergen weiterhin mit 2 Linien zu versorgen, denn die 7 soll nach Hemmingen fahren.
        In den Tunnel A, B könnten Züge mit bis zu 4 Wagen fahren. im C-Tunnel ohne Umbau nur 3Wagen. D-Strecke oberirdisch nur 2 Linien mit bis zu 2 Wagen und an dem kann auch mit biegen und Brechen nichts mehr ändern, außer man fängt an in den 2030ern endlich den D-Tunnel zu Bauen, was die Grünen ja gerne mit der Bebauung des Steintorplatzes verhindert hätte!

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