6. März 2021

Initiative „Lebensraum Linden“ zum Tode von Harri Weigelt

Harri Weigelt (geb. 1922) ist am 25.02.2021 im Alter von 98 Jahren verstorben. Er war einer der ältesten und letzten Zeitzeugen des Arbeiter-Lebens in Linden. Das machte sein bis zuletzt noch vorhandenes  Erinnerungsvermögen so wertvoll.

Harri ist aufgewachsen im Arbeiterviertel Linden-Nord, Kindheit und Jugend verbrachte er vor allem in der Kochstraße, auf der Straße und schon früh beim Rugby (sprich: Röpki). Und dies natürlich in einem Arbeiter-Sportverein. Er erlebete die Auseinandersetzung der sozialdemokratischen (Kochstraße) und der kommunistischen Arbeiterfamilien (Fannystraße)…, nicht gemeinsam gegen die Nationalsozialisten, sondern untereinander.
Seinen Beruf als Dreher erlernte er in einem Betrieb auf dem Gelände der ehemaligen Mittelland-Gummiwerke (Stärke- /Walter-Ballhause-Straße). Als 17-jähriger ging er zur Reichswehr, um den Staatenslosen-Status der Familie zu überwinden. Nach dem Krieg – ohne Kampfeinsatz – war er Teil der vielleicht besten Rugby-Mannschaft aller Zeiten von Victoria Linden, die 1953 mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet wurde.
Für seine langjährige Jugendarbeit in diesem Verein und ebenfalls langjährige Tätigkeit im Betriebsrat von Westinghouse (heute: WABCO), vor allem im Bereich Arbeitssicherheit, wurde ihm das
Bundesverdienstkreuz verliehen.

Die Initiative „Lebensraum Linden“ trauert um Harri Weigelt, mit seinen Angehörigen. Wir sind stolz, mit ihm verschiedene Veranstaltungen bestritten und sein Leben zusammen mit der Medienwerkstatt Linden in einem Gespräch auf Video festgehalten zu haben. (s. medienwerkstatt-linden.de/prod/ und >> digitales-stadtteilarchiv-linden-limmer.de/Document/filmcover-harri-weigelt-2017/ )

Unter
>> lebensraum-linden.de/portal/seiten/-unsere-kindheit-war-wild-und-frei–900000153-5201.html
findet sich ein Text von Sonja Steiner über Harri Weigelt, der zuerst unter dem Titel „Dieses Linden gibt es heute nicht mehr“ am 02.11.2017 im „Stadt-Anzeiger West“ und unter >> haz.de veröffentlicht wurde.

Manfred Wassmann

Siehe auch:
>> Harri Weigelt: Zeitzeugengespräch zum 95. Geburtstag – einer der ältesten und letzten Zeitzeugen des hiesigen Arbeiterlebens – am 26.10.2017

05.03.2021

Kommentare

  1. Meine Schwiegereltern ,mein Mann und auch ich haben lange in der Kochstraße gewohnt .ich kenne Harry Weigel nicht persönlich, dafür aber das „alte Linden “ . mein Schwiegervater hat auch mit Metall gearbeitet ,ist aber schon vor Jahren verstorben , kannte ihn.
    wie gern würde ich mich mit ihm darüber unterhalten .immer wenn ich etwas von früher höre bekomme ich feuchte Augen .möge Herr Weigel in Frieden ruhen

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