10. Juli 2020

Pressemeldung

Volksbegehren Artenvielfalt unterstützen

Unterschriftensammlung auch in Linden

Obwohl derzeit die Corona-Pandemie im Vordergrund steht, machen Klimakrise und Artensterben keine Pause. Die Natur in Deutschland ist in keinem guten Zustand. Das hat unter anderem der kürzlich von Bundesumweltministerin und dem Bundesamt für Naturschutz vorgestellte „Bericht zur Lage der Natur“ gezeigt. Das Artensterben ist dramatisch. In Niedersachsen sind die Hälfte von 11.000 Tier- und Pflanzenarten bedroht, 62 Prozent der Wildbienenarten gefährdet und Millionen Brutvögel verschwunden. Vor allem Monokulturen auf den Feldern und hoher Pestizideinsatz lassen den Lebensraum zum Beispiel für Kiebitz und Rebhuhn, Schmetterlinge und Käfer schwinden.

Naturschutzbund (Nabu) und Naturjugend (Naju) Niedersachsen, der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund und die niedersächsischen Grünen haben deswegen zusammen das „Volksbegehren Artenvielfalt“ für Niedersachsen initiiert, dem sich inzwischen schon gut 130 Vereine, Parteien, Verbände und Unternehmen angeschlossen haben. Um Tier- und Pflanzenarten besser zu schützen, will das Bündnis über ein Volksbegehren das niedersächsische Naturschutzgesetz, Wasser- und Waldgesetz ändern. Der Gesetzesentwurf sieht zum Beispiel vor: Für mehr Artenvielfalt dürfen weniger Flächen versiegelt werden. Die Landschaft muss vielfältiger werden. Wir dürfen weniger Gifte einsetzen, müssen den Ökolandbau steigern und Wälder naturnah bewirtschaften. Auch Gewässerränder sollen nicht mehr gedüngt und gespritzt werden. Wenn Landwirte dadurch weniger einnehmen, sollen sie Ausgleichszahlungen erhalten – auch das sieht der Entwurf vor.

In Linden für Artenvielfalt unterschreiben

Im ersten Schritt sind 25.000 Unterschriften von Wahlberechtigten aus Niedersachsen erforderlich, damit das Volksbegehren offiziell zugelassen werden kann. Wie in zahlreichen anderen Städten organisiert auch in Hannover eine Aktionsgruppe die Sammlung. Von Montag, 13. Juli, bis Samstag, 18. Juli, sammelt sie in Linden Unterschriften an einem Infostand an der Limmerstraße/ Ecke Velvetstraße (ungefähr vor Edeka)

In vielen Stadtteilen gibt es auch Läden und Einrichtungen, in denen Unterschriftenlisten ausliegen. In Linden sind das bisher

  • Textildesign-Werkstatt von Orike Muth, Weberstraße 26
  • Bürgerinitiative Umweltschutz (BIU), Stephanusstraße 25
  • Wissenschaftsladen Hannover e. V., Zur Bettfedernfabrik 3
  • Lose-Laden Linden, Teichstraße 1
  • LINDENbackt, Limmerstraße 58

Wer mehr tun will, als nur zu unterschreiben, kann sich eine amtliche Unterschriftenliste mitnehmen oder auf www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt bestellen und selbst im Bekanntenkreis sammeln. Dabei ist es sehr wichtig, die Regeln zu beachten, die auf dem Bogen erklärt sind. Jedem einzelnen Unterschriftenbogen hängt auch immer der Wortlaut des Gesetzesentwurfes an.

Annette Volland (Aktionsgruppe Hannover-Stadt, Mail: >>hannover-stadt@artenvielfalt-niedersachsen.jetzt)


Viele Bienenarten sind vom Aussterben bedroht. Darauf weist eine der Postkarten zum Volksbegehren Artenschutz hin. (Foto: M. Sonnenschein)

25.000 Wahlberechtigte aus Niedersachsen müssen unterschreiben, damit das Volksbegehren offiziell zugelassen werden kann. (Foto: M. Sonnenschein)


Titelfoto: Die allererste Unterschrift: Am 3. Juni startete die Aktion Volksbegehen Artenschutz in Hannover. (Foto: J. Krupke)

10.07.2020


Viele Bienenarten sind vom Aussterben bedroht. Darauf weist eine der Postkarten zum Volksbegehren Artenschutz hin. (Foto: M. Sonnenschein)

Kommentare

  1. Und auf der anderen Seite sollen Kleingärten für den Wohnungsbau weichen..
    Auch Wohnungsbau trägt dazu bei, dass der Lebensraum für Tiere zerstört wird. Es werden jedoch lieber Einfamilienhäuser für wenige Menschen gebaut, anstatt Mehrfamilienhäuser. Würde man nur wenige Mehrfamilienhäuser bauen und die Flächen drumherum parkähnlichen anlegen, würde man auch etwas für die Tierwelt tun.

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