28. Mai 2020

Die Klimaerwärmung begünstigt die Vermehrung von wärmeliebenden Insekten. So ist damit zu rechnen, dass sich der Eichenprozessionsspinner auch in Hannover ausbreitet. Im vergangenen Jahr wurde der Pflanzenschädling, der auch für den Menschen eine Gesundheitsgefahr darstellt, erstmals im Stadtgebiet festgestellt und es wurden entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet. Denselben Baum nahe Steuerndieb hatte der Eichenprozessionsspinner vor wenigen Tagen erneut befallen. Die Nester wurden jeweils durch Fachleute abgesaugt. Hingegen ist die Gespinstmotte, die derzeit in Bäumen ihre silbrig-weißen Netze spinnt, für Menschen unproblematisch.

Vorkommen des Eichenprozessionsspinners bitte melden

Wenn Personen einen Befall von Bäumen mit dem Eichprozessionsspinner beobachten, können sie dies dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün telefonisch unter (05 11) 16 84 38 01 oder per E-Mail unter 67.70@hannover-stadt.de melden.

Der Schädling befällt ausschließlich alle Eichenarten, liebt die Wärme und bevorzugt freistehende und von der Sonne beschienene Einzelbäume. Bei Massenvermehrungen besiedelt er auch das Innere von Eichenbeständen. Im Mai schlüpfen die Raupen, die sich tagsüber in den Nestern verstecken. Abends wandern sie als Prozession in die Baumkrone und fressen die Blätter – bei Massenvorkommen, bis die Krone völlig kahl ist. Die Verpuppung findet ebenfalls in den Nestern statt. Im Spätsommer schlüpfen aus den Puppen die fertigen Nachtfalter, die im Umkreis von zwei Kilometern erneut an Eichenzweigen ihre Eier ablegen.

Die Gifthaare der Raupen können bei Berührung unangenehme Reaktionen hervorrufen. Dazu zählen Hautirritationen, Atembeschwerden und Augenreizungen. Mit jedem neuen Kontakt wächst die Empfindlichkeit, und die Reaktionsintensität steigt mit der Anzahl der Einzelkontakte an. Auch Wild- und Haustiere reagieren empfindlich auf die Gifthaare. Über ihr Fell können sie an den Menschen weitergegeben werden. Als Schutz dagegen sollten Raupen und Nester nicht berührt werden!

Sobald das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners entdeckt wird, beauftragt der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün eine Spezialfirma, die über die notwendigen Schutzausrüstungen und Geräte verfügt, mit der Beseitigung der Schädlinge. Ein Informationsfaltblatt über den Eichenprozessionsspinner des Landes Niedersachsen ist im Internet unter www.hannover.de zu finden.

Schleier der Gespinstmotte in den Bäumen sind ungefährlich

Gespinst- und Knospenmotten, die zu der Familie der Schmetterlinge gehören, sind pflanzenfressende Insekten, die ein silbrig-weißes Netz spinnen – zum Schutz ihrer Brut vor Fressfeinden. Sie können ganze Bäume befallen, einspinnen und kahlfressen. Betroffen sind auch Sträucher. Dieser Anblick ruft zwar bei einigen Menschen ein Unbehagen hervor, gesundheitliche Gefahren sind mit diesen Insekten jedoch nicht verbunden. Ihr Aufkommen wird ebenfalls ab Frühjahr durch höhere Temperaturen begünstigt. Besonders betroffen von ihrem Befall sind Gehölzpflanzen, wie Pfaffenhütchen, Weißdorn, Traubenkirschen, Weiden und einige Obstgehölze.

Die Tiere und die Netze verschwinden in der Regel nach wenigen Tagen – und bis spätestens Ende Juni, wenn die Brut geschlüpft oder den Fressfeinden (zum Beispiel Blau- Kohl- und Schwanzmeise) zum Opfer gefallen ist oder wenn ein kräftiger Regenguss die Netze zerstört. Bei besonders massiv auftretendem Befall von Bereichen mit Gespinstmotten werden diese Bereiche vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün für das Betreten gesperrt. Die Stadt Hannover setzt keine chemischen Pflanzenschutzmittel ein. Dies wäre laut Pflanzenschutzgesetz nur in Ausnahmesituationen zulässig, wenn eine unmittelbare Gefahr von den Tieren ausginge.

Der Befall mit der Gespinstmotte führt jedoch nicht zum Absterben der Pflanze, sondern verstärkt den zweiten Laubaustrieb Ende Juni (Johannistrieb) nach Verpuppung der Raupen in Falter. Bei Obstbäumen kann nach einem starken Befall die Ernte komplett ausfallen. Um hier die Schäden gering zu halten, sollten besiedelte Gespinste in einem möglichst frühen Stadium entfernt werden. Es wird geraten, befallende Triebe abzuschneiden und in der Biotonne zu entsorgen oder im Garten zu vergraben.

Quelle: PM der LHH

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