15. Juni 2019

J.-J. Wagener´sche Stiftung, Theodor-Krüger-Str. 3 (gegenüber Linden-Nord)

Pressemitteilung

Der Auftrag ist ausgeführt

Seit dem 01.04.2010 ist Reinhold Fahlbusch ehrenamtlicher Vorsteher der Wagenerschen Stiftung. Er hat in einer schweren Zeit für diese alte hannoversche „Armenstiftung“ auf Bitten der Lokalpolitik dieses Amt übernommen. Durch Fehlverhalten eines Vorstehers war die Stiftung in Bedrängnis geraten. Reinhold Fahlbusch wurde gebeten, die Stiftung wieder zu stabilisieren.

Der Auftrag ist ausgeführt worden und Reinhold Fahlbusch hat entschieden, deshalb sein Amt als Vorsitzender des Stiftungsvorstandes zum 30.06.2019 zurückzugeben und sich neuen ehrenamtlichen Aufgaben zuzuwenden.

In der Zeit seit dem Amtsantritt wurde unter seiner Leitung die Stiftung rechtlich, finanziell, organisatorisch und inhaltlich neu aufgestellt. Den Vorstehern steht seither ein Kuratorium als Beratungs- und Aufsichtsgremium zur Seite. In den Jahren 2015 bis 2018 sind die Stiftungsgebäude mit einem Aufwand von 2,6 Mio.Euro modernisiert und energetisch saniert worden. Dem Naturschutz wurde in Zusammenarbeit mit dem BUND Rechnung getragen, moderne Kommunikationsleitungen sind in alle Wohnungen verlegt worden. Das Freigelände ist jetzt ein Erholungs- und Aktivitätsraum für die Mieter*Innen und die umgebende Wohnbevölkerung.

Die Johann Jobst Wagenersche Stiftung geht auf den letzten Willen eines Bäckermeisters aus der Calenberger Neustadt aus dem Jahr 1784 zurück. Sie hat die Aufgabe, das Stiftungsvermögen für die „Armen, Kranken, Rathlosen und Nothleidenden“ einzusetzen und stellt vorrangig an der Glocksee seit 1897 Wohnraum für Menschen zur Verfügung, die am Wohnungsmarkt keine Chancen haben. Daneben bietet die Stiftung optional für die Mieter*Innen Leistung der Sozialarbeit einschließlich Einzelfallhilfen für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten an. Die Sozialarbeit steht in der Tradition der Gemeindeschwestern der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis, die der Stiftung von Anfang an verbunden war. Die Gemeindeschwestern kümmerten sich traditionell um die Menschen, die in den Stiftungsgebäuden lebten. Mit dem modernen Begriff „Housing first“ wird ein derartiges Angebot heute weltweit erfolgreich zum Bestandteil der Arbeit für Wohnungs- und Obdachlose; die Stiftung praktiziert „Housing first“ bereits seit 120 Jahren. Viele Stiftungsvorsteher waren auch gleichzeitig Kirchenvorsteher.

Reinhold Fahlbusch ist in Hannover geboren und aufgewachsen und nach erfolgreichem Berufsleben als leitender Mitarbeiter in der Kreditwirtschaft wieder zurückgekehrt. Es ist ein Teil seiner Lebensplanung, im Ruhestand seine spezifische Berufs- und Lebenserfahrung ehrenamtlich an den Stellen einzusetzen, wo diese benötigt werden. Das ist im sozialen und kirchlichen Sektor der Fall; dort engagiert sich Fahlbusch.

Er wurde in Hannover durch die Gründung und langjährige Leitung des sozialen Kaufhauses fairKauf, dem bundesweit anerkannten Muster gleichartiger Unternehmen mit ausschließlich sozialer Zielsetzung, bekannt. 2014 hat ihm der Freundeskreis Hannover eV den Stadtkulturpreis für dieses ehrenamtliche Engagement verliehen.

Zu seinem Entschluss, sich von dem liebgewordenen Vorsteheramt zu lösen sagt Reinhold Fahlbusch: „Wir Älteren müssen uns einbringen mit dem, was sonst brachliegt, wir wissen und können viel. Jedoch dürfen wir nicht meinen, unverzichtbar und der Mittelpunkt zu sein. Wir sind erfolgreich, wenn wir uns überflüssig gemacht haben.“ Und weiter: „Ich gehe gerne in der Gewissheit, die Stiftung guten Vorstehern und hochqualifizierten und einsatzfreudigen Mitarbeitenden übergeben zu können. Sie brennen für die Arbeit mit den Menschen, die in den Wohnungen der Stiftung leben.“

JOHANN JOBST WAGENERSCHE STIFTUNG

>> wagenersche-stiftung.de/

15.06.2019


Kommentare

  1. Hatte das seinerzeit verfolgt, was Fahlbuschs Vorgänger mit dem zur Verfügung stehenden Geld anstellte.. Immer noch unbegreiflich, wie jemand sich an Finanzen bereichern konnte, die für die Wohnungen der Ärmsten der Armen gedacht waren… Gerade in diesen Bereichen der Stiftungen gibt es viel Arbeit, die erledigt werden muss, die aber nicht so unbedingt gesehen wird, nämlich ehrenamtlich..

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