14. Dezember 2020

Pressemeldung

DKP tritt zur Bezirksratswahl in Linden-Limmer an

Am 12. September 2021 werden der Rat der Stadt Hannover und die Stadtbezirksräte neu gewählt. Die Wohngebietsgruppe Hannover-Linden der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) tritt mit sechs Kandidatinnen und Kandidaten zu den Wahlen für den Stadtbezirksrat Linden-Limmer an, wie einstimmig auf der Dezember-Sitzung der Mitglieder beschlossen wurde.

Schwerpunkte neben der antifaschistischen politischen Arbeit sind aktuell, die Infrastruktur im Stadtteil gegen einen weiteren Abbau zu verteidigen, das unter dem Deckmantel der Pandemie vorangetriebene Kürzen bei Bildung, Kultur und Sport zu verhindern und sich dem galoppierenden Mietenwahnsinn entgegenzustellen.

Die Mieten in unserem Stadtteil steigen seit Jahren, eine – momentan angesichts von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit bzw. dem Verlust von Minijobs – zunehmende Zahl von Menschen kann sich die horrenden Mietpreise nicht mehr leisten. Die DKP will, dass die städtische Wohnungsgesellschaft „hanova“ wieder zur Gemeinnützigkeit verpflichtet wird und macht sich für einen umfassenden Ausbau städtischer Wohnungen mit dauerhaft niedrigen Mieten stark.

Eine Politik der regierenden Parteien, die jetzt die gesamten Krisenkosten auf die Bevölkerung abwälzen, indem sie Milliarden an Steuergeldern für die Profitrettung von Großunternehmen bereitstellen und gleichzeitig weitreichende Sparmaßnahmen zu Lasten der Städte und Kommunen ankündigen, lehnt die DKP ab. Auf der Bezirksratsebene heißt es, jetzt ganz genau aufzupassen und nicht tatenlos zuzusehen, wie die Gelder, die wir vor Ort bitter nötig haben, nach oben durchgereicht werden. Auch muss laut gesagt werden, wessen ParteifreundInnen auf der „höheren Ebene“ mitverantwortlich für unsoziale Entwicklungen, etwa bei der Stadtsparkasse, sind. Als Anstalt des öffentlichen Rechts sollte sie sich
eigentlich am Allgemeinwohl orientieren und die Bedürfnisse der Menschen in den Stadtteilen nicht ignorieren. Gegen die Schließung von Filialen und der Bargeldkassen, jüngst an der Falkenstraße, tritt die
DKP seit Jahren ein.

Es muss Schluss sein mit den Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr, stattdessen muss er ausgebaut werden. Ähnliches gilt für das Angebot von Kultur-, Sport- und Freizeitmöglichkeiten im Stadtteil: Für den Aufenthalt einer immer größer werdenden Zahl von Besuchern aller Altersklassen zum sogenannten „Stadtteil- und Partytourismus“ müssen Angebote und Räume geschaffen werden sowie Kapazitäten von Sanitäranlagen und Abfallentsorgung endlich der Realität angepasst werden. Angesichts der (mit Entstehen der Wasserstadt zusätzlich) wachsenden Bewohnerzahl in Limmer fordert die DKP ungebrochen: Macht die Stadtteilbiliothek im FZH Linden wieder auf!

Insbesondere kämpft die DKP Hannover-Linden für die Umsetzung des erst im Oktober endgültig verabschiedeten Ratsbeschlusses zum Neubau des Fössebades inklusive Außenbecken sowie seine solide öffentliche Finanzierung.

Streichen bei den Reichen! Milliardäre, Banken und Konzerne sollen zahlen – nicht das Volk!

Dies sind keine speziellen Forderungen der DKP; sie liegen im Interesse aller erwerbstätigen oder erwerbslosen, schon verrenteten oder noch schulpflichtigen, studierenden oder frisch hergezogenen BewohnerInnen des Stadtbezirks. Diese Ziele umzusetzen, erfordert gemeinsames Handeln von unten – egal ob und wie stark die DKP im künftigen Stadtbezirksrat vertreten ist. Wir können sie nur gemeinsam und mit langem Atem durchsetzen, wenn wir den nötigen Druck auf Ratsmehrheit, Oberbürgermeister, Banken und Konzerne aufbauen – beginnen wir in Linden-Limmer!

Für die DKP und die Interessen der Menschen im Stadtteil, für Positionen gegen Rotstiftpolitik und Bürgerbelastung stehen stellvertretend zur Wahl in den Bezirksrat bereit: Anke Wittkopp (38 Jahre, geborene Lindenerin, Dipl. Sozialwissenschaftlerin, Journalistin), Matthias Wietzer (69 Jahre, Lehrer i.R., ehem. Ratsherr und Personalratsvorsitzender, 12 Jahre Berufsverbot, ehem. Sprecher der BI gegen die Büchereischließung Limmerstraße), Gerda Marotzky (Rentnerin, geboren 1947 als Tochter von August Baumgarte in einer Familie von kommunistischen WiderstandskämpferInnen in Linden), Frank Darguß (41 Jahre, pädagogischer Mitarbeiter, Betriebsrats- und IG-Metall-Mitglied), David Koloßka (43 Jahre, Solo-Selbständiger, Vater eines schulpflichtigen Kindes, ver.di-Mitglied) und last but not least Steffen Friedrich (40 Jahre, in Ausbildung zum Steinbildhauer, Vater einer 20-jährigen Sozialassistentin, ver.di-Mitglied).

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Weitere Informationen unter >> dkp-hannover.de

14.12.2020

Kommentare

  1. Die Kandidatur der DKP zum Bezirksrat finde ich gut. Das sind wenigstens Leute, die sich für die „Normalos“ – im Englischen schöner „common people“ – interessieren. Nach meiner Erfahrung kann man denen glauben, was sie erzählen.

    Einen Punkt halte ich allerdings für Quatsch: Den Sauftourismus in Linden-Nord muss man nun echt nicht fördern. Da wäre ich eher für „solidarische Lastenteilung“: Die grün-miefigen „besseren“ Quartiere Lister Meile, Sallstraße und ähnliche könnten doch bestens zu Partymeilen aufgewertet werden, so mit vielen Dixi-Klos und Komaambulanz etc. Da sollten die GenossInnen echt nochmal nachdenken!

  2. Ebenso wie die DFG/VK (Deutsche Friedensgesellschaft / Vereinigte Kriegsdienstgegner) bin ich auch der DKP (Deutsche Kommunistische Partei) verbunden, indem ich sie seit meiner Jugend, vor Jahrzehnten, schon immer als aufrechte politische Instanzen wahrnehme. Auch ohne Ideologieüberstülpung, sondern sehr wohl immer mit konkreten Themen und Forderungen.

    Wenn wir mal eine vernünftige neue Gesellschaft und Staat anstreben sollten (und das müssen wir aktuell und grundsätzlich), dann fände ich es sehr sympathisch, die DKP direkt dabei zu haben.

  3. Was, die gibt es immer noch? Wer hat die DKP aus der Mottenkiste der Geschichte herausgezerrt? Na, zumindest wissen wir so, daß die proletarische Weltrevolution ganz gewiß bald stattfinden wird.

  4. „Gerda Marotzky (Rentnerin, geboren 1947 als Tochter von August Baumgarte in einer Familie von kommunistischen WiderstandskämpferInnen in Linden)“

    Die Linken legen auch Wert auf Abstammung?

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