9. Februar 2021

Wasserstadt Limmer

„Individuelles Wohnen in freundschaftlicher Nachbarschaft“

Wolfgang Becker / 08.02.2021

Der erste Abschnitt der zukünftigen Wasserstadt Limmer ist im Bau. Eine Bürgerinitiative plant seit 2014 mit. Aktuell sucht die Baugemeinschaft JAWA noch Mitstreiter.

Die Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer (BI) entstand Anfang des Jahres 2014, als die Stadt zusammen mit dem Grundstückseigentümer Günter Papenburg neue Pläne zur Bebauung der Gewerbebrache der ehemaligen Conti Limmer vorstellte. Der anfängliche Protest gegen eine einförmige Großsiedlung mündete in eine intensive Bürgerbeteiligung. Die BI hat sich dabei sehr engagiert – und es gab durchaus Erfolge, die Pläne wurden verbessert.

Klärungsbedarf bei Verkehr und Altgebäuden  

Das Verkehrskonzept für die Großsiedlung ist allerdings bis heute ungeklärt. Die Region hat dem von der Bürgerschaft geforderten Stadtbahnanschluss eine Absage erteilt. Ein weiterer Streitpunkt ist seit langem die Zukunft der denkmalgeschützten ehemaligen Conti-Fabriken. Investor Papenburg hat einen Abrissantrag gestellt, gleichzeitig aber der Stadt Hannover eine Übernahme angeboten. Geprüft wir immer noch die Eignung zur Unterbringung des Stadtarchivs – der Ausgang ist ungewiss.

Derzeit gibt es bereits eine massive Bautätigkeit im 1. Abschnitt der Großsiedlung, die insgesamt rund 1.800 Wohnungen umfassen soll. Endlich kommt hier auch die u.a. vor Jahren von Diplomvolkswirt Walter Zuber – früher auch als Grüner Ratspolitiker aktiv –  initiierte Baugemeinschaft JAWA (Jung und Alt am Wasser) zum Zuge. Sie wird in der Wasserstadt Limmer auf einer Fläche von 4525 m² ca. 50 Eigentums- und Mietwohnungen errichten, zurzeit läuft ein bundesweiter Architektenwettbewerb. „JAWA steht für individuelles Wohnen in freundschaftlicher Nachbarschaft“, betont Kerstin Ernst, Mitglied im Beirat der Baugemeinschaft. „Statt unverbindlichem Nebeneinander wollen wir ein vielfältiges, altersgemischtes Miteinander.“ Alle Mitglieder erwerben eine abgeschlossene, private Wohnung.

JAWA ist als einzige Baugemeinschaft am Start

In Kooperation mit einer Stiftung sollen sieben Förderwohnungen Teil des Projektes werden. Die Stiftung wendet sich gezielt an Alleinerziehende, um dadurch einen Beitrag zur sozialen Integration zu leisten. „Wir wollen eine umwelt- und gesundheitsverträgliche Gebäudekonzeption. Das bedeutet z. B. hohe Anforderungen an Wärme- und Schallschutz, wohngesunde Baustoffe und effiziente Energienutzung durch Passivhausstandard plus,“ so Walter Zuber, JAWA-Geschäftsführer. Der laufende Architektenwettbewerb endet am 26. Februar – unmittelbar danach fällt die Kaufentscheidung der Baugemeinschaft für das Wasserstadtgrundstück.

Zurzeit besteht JAWA aus 59 Personen im Alter zwischen 0 und 74 Jahren. Dazu gehören junge Familien mit insgesamt 17 Kindern sowie Singles und Paare, insgesamt 26 Parteien. Derzeit sind noch ca. 15 Wohnungen zwischen 45 m² und 150 m² frei – sowohl im Geschosswohnungsbau als auch Wohnungen in Hausgruppen, die sich zum Innenhof öffnen. Deren konkrete Größen und Zuschnitte können noch je nach Bedarf festgelegt werden. Interessierte für die noch in Planung befindlichen Eigentumswohnungen sollten sich baldmöglich über die Seite >> jawa-hannover.de informieren und zu digitalen Infoabenden anmelden. Termine: 18.02., 25.02. jeweils 19.30 h. Anmeldung unter >> info@jawa-limmer.de

Fotos: Martin Tönnies

09.02.2021


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