26. November 2018

Auf einer heutigen (26.11.2018) Pressekonferenz schilderte Investor Papenburg die Gründe für mangelnde Baufortschritte auf dem Wasserstadtgelände. Er sieht sich durch fehlende und falsche Aktivitäten der Stadt großen zusätzlichen Kosten ausgesetzt und an notwendigen Baumaßnahmen gehindert. Und das angesichts großen Wohnungsmangels. Sinngemäß: Die Stadt sei ein schwerwiegender Verzögerungsakteur. Insbesondere mit Baustadtrat Bodemann sieht er kaum noch Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

Die Altbauten müssten wegen der Belastung durch Nitrosamine und anderer Stoffe abgerissen werden. Ein Arbeiten und Wohnen sei in diesen Altbauten nicht zumutbar. Neubauten könnten angelehnt an den Stil von alten Industriebauten errichtet werden. Vorstellbar wäre für Herrn Papenburg auch diese Altbauten für 1 € an geeignete Nachfolger abzugeben.
Die neue Schallschutzwand am Bahngelände kostet etwa vier Millionen Euro, wobei die Bahn für den Abriss der vorherigen, niedrigeren Schallschutzwand siebenhunderttausend Euro Entschädigung erhält.

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Presserundgang durch die Altgebäude

 

Im Folgenden Wortlaut der Presseerklärungen

Wasserstadt Limmer: Investor Papenburg hat die Nase voll!

Wegen fehlender städtischer Genehmigungen verzögern sich die Bauarbeiten an dem Großprojekt im Stadtteil Limmer weiter. Vandalismus und Kleinkriminalität werden von der zuständigen Ordnungsbehörde nicht verfolgt und sorgen auch für finanziellen Schaden.
Günter Papenburg: „Die Öffentlichkeit muss wissen, was hier alles nicht geschieht. Die Stadt lässt mich im Regen stehen!“ (Pressemappe)

Investor Papenburg: „Vor diesem Hintergrund ist eine vertrauliche Zusammenarbeit mit Baudezernent Bodemann nicht mehr möglich. Als hannoverscher Unternehmer und großer Investor erwarte ich von der Stadt Hannover einem kompetenten und entscheidungsbefugten Ansprechpartner, um den dringend benötigten Wohnraum sowie Gewerbeansiedlungen auf unseren Grundstücken baldmöglichst zu realisieren. Herr Oberbürgermeister Schostok, sorgen Sie bitte dafür, dass Ihre Beamten die Genehmigungen erteilen. Die Kräne stehen bereit um die Wasserstadt Limmer endlich zu bauen!“ (aus Erklärung)

Erklärung

von Günter Papenburg, Investor

der Wasserstadt Limmer GmbH und Co. KG

Im Jahre 1999 hat die Continental AG das 23 ha große Gelände der heutigen Wasserstadt Limmer verlassen. Seitdem stehen die noch vorhandenen Fabrikgebäude leer und sind zu Ruinen verkommen. Wegen der jahrzehntelangen Reifenproduktion sind sie belastet mit Lungenkrebs verursachendem Asbest, krebserzeugendem KMF (Künstlichen Mineralfasern), gesundheitsschädigendem, krebserzeugendem, das Erbgut veränderndem und die Fortpflanzung gefährdendem PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) sowie durch Mineralölkohlenwasserstoffe PCB (Polychlorierte Biphenyle), giftigen und Krebs auslösenden organischen Chlorverbindungen. Zusätzlich zu diesen stark gesundheitsgefährdenden Giften kommen die stark krebserzeugend eingestuften N-Nitrosamine. Sie sollen Magenkrebs verursachen.

Die Wasserstadt Limmer GmbH und Co. KG lässt seit Jahren eine Nachnutzung untersuchen. Unter erheblichen finanziellen Aufwand wurden hierzu Musterräume errichtet, um die mögliche Abdichtung gegen die aufgeführten Schadstoffe zu prüfen. Ergebnis: Eine nicht gesundheitsgefährdende Nachnutzung ist unmöglich. Das Gesundheitsrisiko ist viel zu groß. Diese Untersuchungen wurden ständig von anerkannten Gutachtern und Fachplanern begleitet. Sie kamen zum selben Ergebnis.

Gesundheitsgefährdung: (seit 2015 steht fest:)

Alle Gutachten bestätigen ausdrücklich die überproportional hohe gesundheitsgefährdenden Auswirkungen auf potentielle Bewohner und Nutzer. Es besteht ein hochgradiges krebserzeugendes Risiko. Bereits im Jahr 2016 haben Fachbereiche der Region Hannover die Nachnutzung der Gebäude zu Wohn- und Bürozwecken aufgrund der Kontaminationen als für zu risikoreich abgelehnt. Es liegt vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Stadt Hannover eine schriftliche Bestätigung darüber vor, dass die Nachnutzung der Gebäude als Wohn-/Büro-/Geschäftsgebäude nicht tragbar ist.

Akzeptanz:

Aufgrund des hohen Gesundheitsrisikos wird von einer fehlenden Akzeptanz potentieller Bewohner und Nutzer ausgegangen. Wer will schon in einem hochgiftigen, mit Sicherheit krebserzeugenden Gebäude leben?

Wirtschaftlichkeit:

Eine wirtschaftlich sinnvolle Sanierung der Gebäuderuinen ist ausgeschlossen. Die Herstellungskosten für eine Sanierung, von der man bisher nicht weiß, wie sie erfolgen soll, sind nicht berechenbar. Auch dieses ist bereits gutachterlich erwiesen. Es bestand zwischen dem Baudezernenten der Stadt Hannover und der Wasserstadt-Grundstücksgesellschaft gemeinsames Einvernehmen darüber, dass, wenn Unzumutbarkeit der Nachnutzung durch Gutachter beschieden ist, alle Gebäude zum Abriss freigegeben werden. Diese Freigabe steht bis heute aus.

Das Fabrikgebäude Nummer zehn steht nicht unter Denkmalschutz. Es ist das Hauptziel der sich unbefugt unter Lebensgefahr auf dem Gelände aufhaltenden Personen, die Gesetzesbrecher sind.

Es erschwert die Überwachung des übrigen Geländes durch seine abgewinkelte Form. Seine Beseitigung würde die gesamte Situation sofort wesentlich verbessern. Auch die restlichen Gebäuderuinen, die noch unter Denkmalschutz stehen, haben nach den durchgeführten Untersuchungen keinen Bestandsschutz.

Zeitliche Abfolge:

Die Wasserstadt Limmer GmbH und Co. KG hat umfangreiche und kostenintensive Maßnahmen unternommen, um Unbefugten an das Betreten ihrer Gebäude zu hindern: Verschließen von Gebäudeöffnungen mit massiven Betonsteinen, Aufstellen von Bauzäunen um die Gebäude, Montage von großen gut sichtbaren Hinweisschildern an allen Gebäudeseiten des Gesamtensembles, Auflistung von Wällen und Gräben entlang der bestehenden Gebäude, um am Zutritt zu hindern. 100 Strafanzeigen wurden wegen Hausfriedensbruchs gegen Personen gestellt, die sich unbefugt in den Ruinengebäuden herumgetrieben haben.

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat trotz teilweise vorliegender Personalien durchweg „wegen Geringfügigkeit“ die Verfahren eingestellt.

Die Landeshauptstadt Hannover hat am 23. März 2018 gegenüber der Wasserstadt Limmer GmbH und Co. KG angeordnet, alle Öffnungen des Gebäudekomplexes durch Zumauern zu verschließen. Aus folgenden Gründen wurde hierzu Widerspruch eingelegt: Fehlende Effektivität dieser Maßnahme gegen den Vandalismus Denkmalrechtliche Herausforderung einer solchen baulichen Maßnahme

Die Landeshauptstadt Hannover hat am 6. Juli 2018 die Einsetzung eines 24-stündigen Wachdienstes mit 3 Mitarbeitern angeordnet. Kosten: 7000 € monatlich. Mit Bescheid vom 20. Juli 2018 hat die Landeshauptstadt Hannover die Ersatzvornahme aus dem Bescheid vom 6. Juli 2018 durch Einsetzung eines Wachdienstes und einen monatlichen Kostenvorschuss von nunmehr 45.000 € festgesetzt. Die Eigentümerin hat daraufhin eine lückenlose Videoüberwachung mit mobilen Kameras vorgeschlagen. Dieses wäre wesentlich effektiver und auch kostengünstiger: 4200 € monatlich. Seit letzter Woche werden, veranlasst von der Landeshauptstadt Hannover, sämtliche Öffnungen der Gebäuderuinen verschlossen. Auch die des Gebäudes Nummer zehn, welches abgerissen werden soll. Eine exakt gleiche Maßnahme war selbstverständlich schon einmal von der Eigentümerin durchgeführt worden. Die beträchtlichen Kosten wurden natürlich selbst getragen. Die Verschließung der Einstiegsmöglichkeiten hatte keinen Erfolg, weil rücksichtslos diese Holzverkleidungen zerstört wurden.

Für diese von der Stadt nun neu angeordnete Maßnahme entfallen nun wieder beträchtliche Kosten. Die Eigentümerin wird hierfür nicht aufkommen.

Alle erforderlichen Unterlagen für die Beseitigung der Gebäuderuinen liegen der Landeshauptstadt Hannover vor. Um die Genehmigungen für die nächsten Bauabschnitte zu beschleunigen wurde bereits vor Wochen mit dem Bau der Schallschutzwand an der Bahntrasse begonnen. Kosten circa 4,0 Millionen €. Die Fertigstellung ist zum 2. Januar 2019 terminiert.

Das Gebäude Nummer zehn ist ausweislich eines Lärmschutzgutachten nicht mehr erforderlich für den Schallschutz des neuen Baugebietes. Trotzdem hat die Landeshauptstadt Hannover den Antrag auf Herausnahme des Gebäudes Nummer zehn aus der Baulast nicht beschieden und verzögert somit das Verfahren unnötig.

Am 13. November 2018 wurde das Konto der Wasserstadt Limmer GmbH und Co. KG mit Pfändung und Einziehungsverfügung der Landeshauptstadt Hannover in Höhe von 90.000 € gepfändet. Dagegen hat die Eigentümerin einen Antrag auf einstweilige Verfügung gestellt. Investor Günter Papenburg hat den gepfändeten Betrag so lange seiner Hausbank geparkt, bis eine richterliche Entscheidung gefallen ist. Bis dahin hat die Landeshauptstadt Hannover ihre Anordnungen selbst zu finanzieren.

Investor Papenburg: „Vor diesem Hintergrund ist eine vertrauliche Zusammenarbeit mit Baudezernent Bodemann nicht mehr möglich. Als hannoverscher Unternehmer und großer Investor erwarte ich von der Stadt Hannover einem kompetenten und entscheidungsbefugten Ansprechpartner, um den dringend benötigten Wohnraum sowie Gewerbeansiedlungen auf unseren Grundstücken baldmöglichst zu realisieren. Herr Oberbürgermeister Schostok, sorgen Sie bitte dafür, dass Ihre Beamten die Genehmigungen erteilen. Die Kräne stehen bereit um die Wasserstadt Limmer endlich zu bauen!“

Wasserstadt Limmer
Wunstorfer Str. 130
30453 Hannover

Titelfoto: Investor Papenburg beim Rundgang mit der Presse vor einem Altgebäude

 

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Pressekonferenz

 

öl/26.11.2018

 

 

Kommentare

  1. Nach der Sanierung des alten Industrie-Schornsteins mit Contiwerbung unter Einsatz von über 1 Mio öffentlichen Mitteln stelle ich mir die Frage ob das Geld an anderen Stellen nicht sinnvoller eingesetzt werden kann.
    Für Diejenigen, die tolle Ideen zur Nutzung haben, steht ja das Angebot von Herrn Papenburg.
    1 € und los geht’s. Nur meckern und tolle Filme veröffentlichen schafft nicht eine Wohnung und die schicken Luftschlösser sind recht zugig in dieser Jahreszeit.

  2. Außerdem findet sich ja kein Investor. Bevor’s noch der Steuerzahler berappt (nur 10 Mio. Sanierungskosten z. B. macht schon 20 €/Hannoveraner): Schluss mit dem Rumgeeiere und sofort weg mit allen Gebäuden!

    Wer da Gebäude erhalten will, liebe Bürgerinitiative Wasserstadt, kann sie ja finanzieren. – Ach, das ist euch zu teuer? Dachte ich mir. – Ist mir nämlich auch zu teuer, dabei habe ich im Gegensatz zu den zukünftigen stolzen Wohnungseigentümern noch nicht mal was davon.

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