19. August 2019

Die Stadt versagte kürzlich dem Bauunternehmer Papenburg die Genehmigung zum Abriss der beiden Altbauten auf dem Gelände der Wasserstadt. Dagegen kündigte Papenburg an zu klagen.

Nach Meinung der Stadt war es Papenburg nicht gelungen nachzuweisen, dass für ihn das Weiterbestehen der Gebäude wirtschaftlich unzumutbar sei.

Papenburg hatte extra eine Lärmschutzwand auf dem gegenüber liegenden Bahndamm für vier Millionen Euro bauen lassen, um die Genehmigung zum Abriss zu bekommen. Denn Lärmschutz durch die Altgebäude war bisher eines der Argumente zu deren Erhalt.

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Siehe auch >> Wasserstadt: „Investor Papenburg hat die Nase voll“ – Pressekonferenz v. 26.11.2018

Unternehmer Papenburg in einem der Altgebäude bei einer Pressekonfernz 2018

19.08.2019


Kommentare

  1. Der Rechtsweg kann Jahre dauern und hochgehen bis zum Bundesverwaltungsgericht. Im Denkmalschutzrecht gibt es zum Thema Zumutbarkeit der Erhaltung des „Denkmals“ für den Eigentümer keine ständige Rechtsprechung, so dass fast alle Einzelfälle gesondert entschieden werden.

    Letztendlich muss und wird festgestellt werden, dass für die Gebäude kein wirtschaftlicher Anwendungszweck gefunden werden kann. Schließlich findet sich ja selbst auf anhaltendes „Teufel, komm raus!“ kein Investor, weder bei der Bürgerinitiative noch bei der Stadt noch beim Grundbesitzer. Schließlich ginge es bei einer Sanierung wahrscheinlich ja um einen zweistelligen Millionenbetrag. So viel Geld gibt’s eigentlich gar nicht auf einem Haufen. Ich selbst würde da auch anteilsmäßig garantiert keinen Cent reinstecken und würde mich heftig beschweren, solch einen Irrsinn als Steuerzahler finanzieren zu müssen. – Woher kommt diese absurde Vorstellung, die Gebäude seien irgendwie wirtschaftlich verwertbar (Grundvoraussetzung im Denkmalschutzrecht in der Frage Zumutbarkeit)?

    Und wenn das so ist, dann hat die Stadtverwaltung dem Unternehmer unnötigerweise und wider Verstand und Augenmaß bürokratische Hürden in den Weg gelegt, die ihn genaugenommen in seinen Handlungsfreiheiten und Rechten verletzen. Ich kann mir vorstellen, wie der Papenburg sich abends im kleinen Kreis und beim Cognac nach einem guten Essen über die Ungerechtigkeiten der Politik ereifert. – Zurecht! – Und hätte er noch mehr Haare, würde er sich die bestimmt auch raufen.

    Andererseits ist der Papenburg wohl so unverschämt reich, dass er sich da über politische Gegenströmungen nicht zu beschweren braucht, wenn auch über ungerechte und unvernünftige. Das gehört zum Job, den der „umtriebige“ Unternehmer gewählt hat. – Ich selbst würde ja stattdessen, wenn ich das Geld hätte, Fischer auf den Malediven werden.

    1. „Fischer auf den Malediven“… das kann aber schnell langweilig werden… Viele Unternehmer arbeiten bis ins hohe Alter. Warum sollten sie damit aufhören wollen, wenn es doch auch irgendwie Spaß macht? Nicht jedem ist ja sein Alter ins Gesicht geschrieben..

  2. Der umtriebige Herr Papenburg ist ja dafür bekannt Fakten zu schaffen.
    Zuerst tritt er für einen Erhalt der Altgebäude ein, da sie als Lärmschutz für die dahinter entstehende Wasserstadt wichtig seien. Schließlich bezahlt er selbst eine Lärmschutzwand an den Bahngleisen, unternimmt aber zeitgleich nichts gegen die systematische Zerstörung der Bausubstanz durch Vandalismus. Als es schließlich keinen heilen Ziegel mehr auf dem Dach gibt, behauptet Papenburg, dass die Gebäude mit Giftstoffen konterminiert seien, und nicht mehr zu verwerten sind. Zwischen Stadtverwaltung, Bürgerinitiativen, und der Baugesellschaft wird zäh um die beweisenden Gutachten gerungen, und als die Abrissgenehmigung schließlich verweigert wird, wird die Lärmschutzwand als Argument für den Abriss hervorgebracht.
    Ich denke, dass Papenburg nie vorhatte die Gebäude stehen zu lassen.
    Auf den immer wieder veränderten Bauplänen werden die Gebäude immer höher, und im Nord-Westen soll es 5-7-stöckige Gebäude geben. Das bedeutet, dass man aus den oberen Stockwerken (zumindest im Winter) direkt auf die Herrenhäuser Gärten schauen kann, und im Sommer den Feuerwerkswettbewerb besser sehen kann, als jeder andere in Hannover. Glaubt hier irgendwer wirklich, dass dort „Sozialwohnungen“ enstehen, die die Lage am Wohnungsmarkt in Hannover entschärfen? Dort werden Luxuswohnungen geplant, und sonst gar nichts.
    Einfach mal die Wikipedia-Einträge über die Wasserstadt, Günter Papenburg, die TUI-Arena, und den Verkauf der Hannover Scorpions durch den damaligen Besitzer Günter P. nachlesen, und sich dann ein Bild vom gutherzigen Bauunternehmer machen.

    1. Sozialwohnungen mit den Bauauflagen? Wie soll das gehen, bzw. zu welchem Preis? Da müsste ja eine Wohnung, selbst wenn knapp gerechnet wird, mindestens 14 € pro Quadratmeter kosten. Solch eine Aufstellung habe ich ja auch schon einmal gesehen. Da kommen dann Wohnungen von ca. 30 qm heraus… als Sozialwohnungen…. ..—-Jedenfalls kann man immer viel von „Reichen“ fordern.. Und wer hier über den Bauunternehmer Papenburg lästert, dem sage ich nur folgendes: DIE GRUNDLAGE EINES UNTERNEHMENS IST GEWINN, d. heißt GELD… ANSONSTEN BRAUCHT EIN UNTERNEHMER GAR NICHT ERST ANZUTRETEN…. Wie sonst sollte er die Löhne seiner Beschäftigten zahlen? Etwa mit Hosenknöpfen?

  3. Nun dann kommt der Abriss etwas später.
    Es macht den Eindruck, als hätten sich die politisch Verantwortlichen hinter der Verwaltung versteckt, um den schwarzen Peter den Gerichten aufs Auge zu drücken.
    Wer ernsthaft den Abriss verhindern will,
    müsste den Steuerzahlern ja erklären, wo das Geld für die Sanierung eingespart werden soll.
    Nachdem für den alten Industrieschornstein bereits mehr als 1 Mio Euro Steuergeld investiert wurde.
    Bitte nehmt das Geld besser für Familien, Bildung oder bezahlbare Wohnungen.

    1. Leider ist das keine Antwort darauf, warum an dieser Bauruine festgehalten wird.. Bisher konnte mir keiner eine Antwort darauf geben, was daran so toll und erhaltenswert ist…

  4. Zwar bin ich nicht in die Interna dieses Falles verstrickt, kenne weder Herrn Papenburg noch Herrn Bodemann persönlich, allerdings sieht das für mich doch sehr danach aus, als wolle jemand von der Stadt einem reichen Mann mal so richtig zeigen wer das sagen hat. Das ist übrigens eine weit verbreitete Haltung gegenüber reichen Menschen. Das sollten einige Leute dringend überdenken.. Schließlich will er ja dringend benötigte Wohnungen bauen.. Und dann noch diese unsäglichen Bauauflagen, die einen Bau von Wohnungen extrem verteuern. So etwas ist dann kaum mit Mieten wieder hereinzubekommen… Ein Mensch der Häuser, Wohnungen baut muss Geld haben. Deswegen ist er noch lange nicht der Feind der Gesellschaft… Aber leider fängt die Hetze gegenüber Reichen ja schon auf der Uni an und ist tief im Denken von Leuten verankert…

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