19. Februar 2020

In der aktuellen Ausgabe von WohnArt (Haus & Grund) ist der Kommentar von Rainer Beckmann den Wohnungspreisen in der Wasserstadt gewidmet und kann hier gelesen werden.

Nicht klagen – machen!

von Rainer Beckmann, Vorsitzender

Die Schlagzeile in der HAZ war nicht zu überlesen: „SPD hält Wohnungspreise in der Wasserstadt Limmer für ‚Wucher‘“.

Als Wortführer der Anklage ereiferte sich Lars Kelich, baupolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Günter Papenburg, Eigentümer der Wasserstadt, fordere zu hohe Preise für die Grundstücke. Ob der haltlose Vorwurf vor dem Hintergrund tiefer Unkenntnis oder massiver Erinnerungslücken erfolgte, darüber kann man nur spekulieren.

Denn Fakt ist: Über 20 Jahre hat Rot-Grün im Gleichklang mit der städtischen Bauverwaltung dem Unternehmer mit immer neuen Hindernissen und Auflagen das Leben nicht nur erschwert, sondern dadurch die Kosten, bevor nur der erste Grundstein gelegt werden konnte, in die beklagten Höhen getrieben.

Fakt ist auch: Wenn Investoren durch rot-grüne Politik gezwungen werden, mindestens 25 Prozent der zu schaffenden Wohnungen als Sozialwohnungen anzubieten, darf man sich nicht wundern, wenn diese aus Kostengründen für die übrigen Wohneinheiten entsprechend höhere Mieten bzw. Kaufpreise zur Querfinanzierung der Projekte verlangen müssen.

Zur Wahrheit gehört ebenso, dass selbst das eigene städtische Wohnungsbauunternehmen Hanova – aufgrund überspannter rot-grüner Politik – seine Pläne für die Wasserstadt zwischenzeitlich aufgegeben hat.

Ganz anders und darum umso bewundernswerter ist, dass das dem Sozialverband Deutschland gehörende und in besonderer Weise dem sozialen Gedanken verpflichtete Wohnungsbauunternehmen Meravis, den Mut hat, sein Projekt hoffnungsvoll weiterzuverfolgen.

Es gibt viele Faktoren mit denen die Schaffung von benötigtem preiswerterem Wohnraum begünstigt werden kann.

Aber ein ganz wesentlicher Faktor ist, wie leider bei der Wasserstadt Limmer nicht erlebt, die zügige Planung und Fertigstellung von baureifen Grundstücken.

Herr Oberbürgermeister Belit Onay, es würde sich lohnen, auch diesem Thema außerordentliche Beachtung zu schenken!

Rainer Beckmann, Vorsitzender

>> haus-und-grundeigentum.de

19.02.2020


Kommentare

  1. Und ich dachte immer, bei Sozialwohnungen zahlt die Stadt die Differenz zwischen der Miete, die der Mieter zahlen muss und der Miete, die sonst üblich wäre für andere Mieter. Wovon ist also die Rede, wenn hier von Gegenfinanzierung gesprochen wird?

  2. Fakt ist, …dass immer wieder Dinge kolportiert werden ohne dass eine Angabe von belegenden Fakten und Zahlen erfolgt. Ohne diese nämlich ist eine Einordnung und Meinungsbildung nicht möglich.

    Ich würde mich sehr über eine unabhängige Studie freuen, die die multiplen Ursachen einer (behaupteten) Kostensteigerung beim Wohnungsbau quantifiziert darstellt.
    Ich denke nämlich, dass „neue Auflagen“ einen eher geringen Anteil an gestiegenen Baukosten ausmachen, und steigende Handwerkspreise und vor allem explodierte Preise des Baugrunds vor allem ursächlich sind.

    Ohne so eine quantifizierte Einordnung muss man mMn das „Fakt ist“ stets als interessengeleitete Behauptung auffassen.

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